Wie schaffe ich es, einen inaktiven Menschen zum Sport zu aktivieren, ihm Freude an der Bewegung zu vermitteln?

Jeder, der sich bewegt, weiß, wie gut es tut, nach Feierabend seine Runde zu drehen, den Stress des Alltags loszuwerden und sich fit für den nächsten Tag zu machen. Hat der Leiter einer Firma oder der Personalchef eines Unternehmens diese Einstellung, wird es sicherlich leichter, in seinem Betrieb Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zu etablieren.
Die Initialzündung für den Couchpotato, inaktiven Kollegen und bewegungsscheuen Mitarbeiter liefert die Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose: Zum einen wird hier die Gesundheit des Mitarbeiters überprüft, was gerade bei längerer Inaktivität und bestehenden Risikofaktoren für Erkrankungen sehr wichtig ist. Andererseits bekommt der Teilnehmer nach der Diagnostik das „Handwerkszeug“ für seine sportlichen Aktivitäten und weiß danach genau, was er tun kann, um seine Gesundheit zu bessern und seine Fitness zu steigern.

Was genau und wie oft?

Ideal ist es, wenn der zuvor inaktive Mitarbeiter dann Möglichkeiten erhält, die Erkenntnisse aus der Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose gemeinsam mit anderen Kollegen in angeleiteten Sportgruppen anwenden zu können. Hier eignen sich fachlich angeleitete Nordic Walking-, Lauf- oder Radsportgruppen, in denen die Teilnehmer lernen, ihr Training nach den richtigen Pulswerten zu steuern und somit nachhaltig ihre Grundlagenausdauer bzw. aerobe Kapazität erhöhen. Für leistungsschwache Mitarbeiter sind aus sportwissenschaftlicher Sicht auch E-Bike-Gruppen ideal zur Trainingsteuerung, gerade bei großen Leistungsunterschieden innerhalb der Gruppe. 2x/Woche sollte der Mitarbeiter aktiv werden, neben der Sportgruppe in der Firma wird also eine weitere Einheit zu Hause wichtig.

Neben der Steigerung der Ausdauer spielt in der Gesundheitsförderung des Mitarbeiters auch die Verbesserung der Muskulatur eine entscheidende Rolle. Viele Arbeitsplätze zwingen dem Bewegungsapparat orthopädisch ungünstige Belastungen auf, sei es durch eine für die Wirbelsäule ungünstige Sitzhaltung im Bürostuhl oder durch längere Zwangshaltungen wie z.B. am Fließband. Der notwendige muskuläre Ausgleich sowie die Stärkung der Muskulatur helfen, Rücken- und Gelenkprobleme zu vermeiden und bestehende Beschwerden nachhaltig zu bessern.

Wichtig sind auch hier eine gezielte Diagnostik sowie eine fachlich gute Anleitung der bewegungswilligen Mitarbeiter. Das kann anfangs sogar in einem 1:1-Coaching erfolgen, um ganz individuell auf die Probleme des Mitarbeiters eingehen zu können. Im darauffolgenden Gruppentraining wird dann zusammen mit den Kollegen gemeinsam am Ziel einer stärkeren Muskulatur und besseren Fitness gearbeitet.

Gut gemacht! Belohnung muss sein.

Belohnung und Erfolg sind wichtige Faktoren für eine langfristige sportliche Betätigung. Denn nichts ist frustrierender als nach einigen Monaten sportlicher Aktivität festzustellen, dass sich nichts verändert hat. Wird aber gezielt und regelmäßig mit den Ergebnissen aus der Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose trainiert, so ist der Erfolg zur Fitnesssteigerung vorprogrammiert. Und der Erfolg entscheidet meist darüber, ob der Teilnehmer beim Sport bleibt und weitermacht.

Doch auch Geschäftsführer und Personalchefs können für ihrer Mitarbeiter kreativ in Sachen Belohnung für sportliche Betätigung werden: Viele Betriebe stellen für die sportlichen Aktivitäten ein Firmen-Funktionsshirt zur Verfügung, sponsern ihren Walking-, Lauf- und Radgruppen die Startgebühren für Wettkämpfe, andere geben Rückvergütungen und weitere Belohnungen für weniger Krankheitstage.

Nachhaltige Maßnahmen dauern ihre Zeit

Um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu gewährleisten, ist es in der BGF entscheidend, dass sich der Betrieb einen Zeitraum von zunächst einem Jahr als Minimum vornimmt, um wirksame und gleichzeitig auch messbare Ergebnisse generieren zu können. Im Optimalfall unterliegt das Training einer stetigen Kontrolle, damit die Gesundheitsförderung auch genau das bewirkt, was Arbeitgeber und Arbeitnehmer wollen, nämlich gesund und leistungsfähig vor, während und nach der beruflichen Tätigkeit zu sein.

Durch eine erneute Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose hat der Betrieb nach einer gewissen Zeit sogar die Möglichkeit, die Ergebnisse bzgl. der Veränderung der Gesamtgruppe einzusehen. Damit kann der Beweis für die Sinnhaftigkeit der Investition angetreten werden. Für Betriebsinhaber und Personalchefs sowie für die einzelnen teilnehmenden Mitarbeiter ist hierbei wichtig zu wissen, dass seitens der Diagnostikzentren nur Durchschnittswerte der Teilnehmer, aber natürlich keine persönlichen Daten der Mitarbeiter weitergegeben werden.

 

Bildquelle: fotolia/ Freizeit und Business © janvier

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