Ein Artikel von Dipl. Sportlehrer Markus Weber

Du schaust aus dem Fenster, die Scheiben aller Autos sind fest zugefroren, überall dick eingepackte Leute, klirrende Kälte.

Soll ich da wirklich noch raus zum Laufen, ist das noch gesund?

Ja, sagen wir, geh raus, denn Dein Körper braucht das Tageslicht, um Hormone zu bilden, vor allem Melatonin, was letztendlich auch für das Schlafverhalten (reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers) wichtig ist. Zudem wird sich Deine Stimmung durch die ausgeschütteten Hormone Serotonin und die Endorphine aufhellen. Ferner wird das überschüssige Adrenalin, das Du unter Stress angehäuft hast, wieder abgebaut.

Allerdings solltest Du einige Dinge beachten, bevor Du in dieser Jahreszeit Deinem Sport im Freien frönst: Grundsätzlich gilt: Je kälter die Temperaturen, desto weniger intensiv sollte die Trainingseinheit sein! Bei Temperaturen unter minus 10° C solltest Du so langsam laufen, dass Du ausschließlich über die Nase atmen kannst. Denn dadurch wird die Luft gereinigt, angefeuchtet und vor allem angewärmt. Denke aber nicht, dass kalte Luft grundsätzlich schlecht für die Atemwege ist. Sobald die kalte Luft in die Atemwege kommt, läuft die Durchblutung der Bronchien auf Hochtouren. So stellt Dein Körper sicher, dass die eingeatmete Luft schnell angewärmt wird. Schals und Gesichtsmasken sind deswegen eher aus psychologischer Sicht sinnvoll als dass sie wirklich eine Funktion hätten (außer in der ersten Minute der Belastung, bis die Durchblutung der Bronchien in vollem Gange ist).

Zuviel des Guten

Sieht man die Läufer in Winter, so kann man feststellen, dass viele zu dick eingepackt sind. Da friert man zwar anfangs nicht, doch spätestens nach 15 min Einlaufzeit steigt die Hitze unter den dicht gepackten Schichten auf. Je weniger Funktion die Klamotten dann liefern, desto mehr überhitzt und nassgeschwitzt kommt der Läufer dann an seinem Ziel an. Jetzt wird´s gefährlich, denn umso nasser die Klamotten, desto schneller kühlt er am Ende der Einheit aus und holt sich leicht einen Infekt.

Kleide Dich also so, dass Du die ersten 5-10 min der Laufeinheit noch leicht frierst und dann erst die optimale „Betriebstemperatur“ bekommst. So hast Du mehr Spaß am Laufen und schonst gleichzeitig Dein Immunsystem. Läufst Du die letzten 50 Meter noch barfuß im Schnee und duscht dann anschließend heiß, allerdings mit einem kurzen Kaltreiz (entweder nur Beine oder gesamter Körper) zum Abschluss, so „haut Dich den ganzen Winter nichts mehr um“.

Nutze im Winter möglichst die Tageszeit für Deinen Sport. Ist das vor allem werktags wegen der aktuell kurzen Tage nicht möglich, so sorge einerseits für eine gute Beleuchtung; hier bietet der Fachhandel ein breites Angebot. Achte andererseits darauf, dass Du vor allem auf den Straßen gut gesehen wirst. Die meisten Laufklamotten haben zwar fluoreszierende Streifen, teilweise auch die Schuhe, doch ein Reflektor, idealerweise blinkend oder ein Rücklicht sind wertvolle Helfer, um frühzeitig gesehen zu werden, zudem kosten sie nicht die Welt.

Welche Tipps hast du für das Laufen bei Kälte und Dunkelheit?

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