Ein Artikel von Dipl.-Sportlehrer Markus Weber

Der Fettstoffwechsel – warum ist ein gut trainierter Fettstoffwechsel unabdingbar für eine gute Grundfitness und somit die Basis für gute „Kondition“ auch in anderen Sportarten?

Betrachtet man seine Größe, lässt sich festhalten, dass die Fette unser größter Energiespeicher sind, da ca. 98% unserer Energiereserven in Form von Fetten im Unterhautfettgewebe gespeichert sind. Hätte ein Mann im Alter von 30 Jahren mit 75 kg Körpergewicht beispielsweise einen Körperfettanteil von 20% – das entspräche einem mittelmäßigen, also nicht erhöhten Körperfettanteil – wäre das ein Fettanteil von 15 kg, was eine Energiemenge von ca. 135.000 Kcal bedeuten würde. Betrachtet man im Gegensatz dazu den deutlich kleineren Kohlenhydratspeicher (nur etwa 2% unserer Energiereserven), liegt auf der Hand, dass die Energie, die bei sportlicher Betätigung schnell(er) zu Ende geht, immer die Kohlenhydrate sind. Das ist immer dann das Problem, wenn der berühmte „Mann mit dem Hammer“ kommt, da dann der Körper keine schnell verfügbare Energie in Form von Kohlenhydraten mehr hat und somit zwangsläufig auf die langsameren Fettspeicher zurückgreifen muss. In letzter Konsequenz bedeutet das, dass die vorherige (höhere) Leistung nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, weil die Energie nur noch langsam aus den Fettspeichern bezogen werden kann.

Summa summarum ist es bei allen langandauernden Belastungen wichtig, die begrenzten Kohlenhydratspeicher zu „schonen“

Was nur durch einen sehr gut trainierten Fettstoffwechsel möglich ist, der idealerweise möglichst viel Energie liefert und das, wenn möglich, auch noch bei möglichst hoher Belastung. Ist der Fettstoffwechsel also gut trainiert, kann eine hohe Leistung lange Zeit aufrechterhalten und dadurch die Energiezufuhr aus den begrenzten Kohlenhydratspeichern reduziert werden. Zwar können und sollten z.B. im Wettkampf die schwindenden Kohlenhydratreserven durch Zufuhr von beispielsweise Gels oder Riegeln wieder gefüllt werden, jedoch ist dies unter Wettkampfbedingungen und der erschwerten Verdauung nur in begrenztem Maße möglich, so dass gerade bei Radmarathons mit vielen Stunden Belastungszeit der gut trainierte Fettstoffwechsel für ein gutes Durchkommen bzw. Ankommen entscheidend ist, da die Energiereserven der Fette auch beim Radmarathon nicht „ausgehen“ können.

Somit ist es naheliegend, dass besonders im Wintertraining und in den ersten Monaten des neuen Jahres, in denen lediglich die Wintersportler ihren Wettkämpfen frönen, das Hauptaugenmerk auf der Verbesserung des Fettstoffwechsels, der sogenannten Grundlagenausdauer, liegen sollte.

Sprich, das Training sollte überwiegend und regelmäßig im Sauerstoffbereich (aerober Bereich) im sogenannten GA1-Bereich stattfinden. Regelmäßiges GA1-Training sollte auch im weiteren Verlauf eines Wettkampfjahres beibehalten werden, da der Fettstoffwechsel gerade bei den längeren Distanzen aufgrund der oben geschilderten Umstände der entscheidende Energiespeicher ist.

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