An diesem wunderbaren Samstagmorgen gehst Du nach draußen und freust Dich am schönen Sonnenaufgang, die ersten Sonnenstrahlen des Tages wärmen bei Deiner Laufrunde Dein Gesicht. Doch plötzlich kommt er, der Schmerz unter dem Rippenbogen, ein fieses Stechen. Du läufst langsamer und drückst mit dem Finger unter den Rippenbogen; doch das Seitenstechen möchte nicht verschwinden, bis Du schließlich eine Gehpause einlegen musst.

Seitenstechen – Was jetzt?

Unangenehmer und sicherlich noch ärgerlicher ist so eine Situation im Wettkampf: Man hat sich top vorbereitet, viel trainiert, auch ausreichend Regenerationsphasen eingehalten (vor allem in der letzten Woche vor dem Lauf), sich am Wettkampftag ein leicht verdauliches Frühstück genehmigt, etwas getrunken und dann dieses gemeine Stechen auf den ersten Wettkampfkilometern! Den Läufer plagen dann die Gewissensfragen: Bin ich zu schnell losgelaufen? Habe ich etwas Falsches gegessen? Oder habe ich zu viel getrunken? Im Training etwas falschgemacht? Was aber jetzt tun?

Zunächst ist es wichtig, dass der vom Seitenstechen geplagte Läufer erst einmal sein Lauftempo verringert; hilfreich kann es bei einem starken Stechen sein, gleich eine Gehphase einzulegen. Wenn das Seitenstechen dadurch nicht besser wir, dann sollte der Betroffene stehen bleiben, sich nach vorne beugen, dabei lange und langsam ausatmen, dies mehrmals wiederholen. Oft hilft es, wenn man zusätzlich mit einer Hand auf die schmerzende Stelle drückt.

Weitere Strategien gegen Seitenstechen

Danach sollte zunächst sachte und im moderaten Tempo weitergelaufen werden. Martin Grüning, Redakteur der Zeitschrift Runners World und selbst erfolgreicher Läufer, empfiehlt, jeweils dann auszuatmen, „wenn das Bein der nicht schmerzenden Seite auf den Boden aufsetzt. Wenn also die rechte Seite schmerzt, versuchen Sie immer dann auszuatmen, wenn der linke Fuß auf den Boden aufsetzt.“

Eine weitere Strategie, erneutes Seitenstechen zu vermeiden, wäre, möglichst tief und ruhig in den Bauch zu atmen und eine flache Brustatmung vermeiden. Zudem sollte das Reden mit Mitläufern vermieden werden, denn durch das damit verbundene unregelmäßige Atmen kann das Seitenstechen schnell wieder hervorgerufen werden. An Verpflegungsstationen (bei Wettkämpfen) sollte nur mäßig getrunken werden, am besten die Trinkmenge auch etwas über die Zeit verteilen. Und letztendlich muss natürlich auch das Lauftempo der aktuellen Fitness angepasst sein; sonst droht nicht nur das Seitenstechen (… vielleicht ja auch ein gutes Warnsignal ), sondern es wartet auf den letzten Kilometern der „Mann mit dem Hammer“, wenn sich die Kohlenhydratspeicher zu schnell leeren …