Einen Marathon würden wir grundsätzlich als eine gesunde Aktion beziffern, aber es gibt Einschränkungen. Zuallererst muss man gleich vorab sagen, dass der Wettkampf an sich nichts Gesundes ist, das steht außer Frage: Denn 42,195 Kilometer in einem möglichst schnellen Tempo zu laufen ist definitiv nicht gesund. Aber es steht außer Zweifel, dass die vielen Einheiten, die man für die Vorbereitung auf einen Marathon braucht, von hohem gesundheitlichen Wert sind, da diese im Schwerpunkt in der aeroben Zone, also im Sauerstoffüberschuss der Muskulatur, gelaufen werden müssen, und hier vor allem im GA1-Bereich, also der klassischen Fettstoffwechselzone. Denn der Läufer wird einen Marathon nur gut überstehen und glücklich ins Ziel einlaufen sowie seine angepeilte Zielzeit erreichen, wenn er über die vorangegangenen Monate einen guten Fettstoffwechsel entwickelt hat, die Muskulatur also relativ viele Fette zur Energiegewinnung heranziehen kann. Und dies ist auch ein wichtiger Aspekt bei einem gesundheitsorientierten Training. Im GA1-Bereich, den Du Dir bei einer Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose ermitteln lassen kannst, hast Du die meisten gesundheitlich wirksamen Effekte Deines Ausdauertrainings.

Jetzt aber wieder zurück zum Marathon:

Was passiert über die Distanz von 42,195 Kilometer in unserem Körper?

Wie reagiert unser Körper, wenn man eine lange Distanz in einem möglichst schnellen Tempo läuft? „So gut wir alle Studienteilnehmer hatten Marker im Blut, die typisch für Patienten mit einer Blutvergiftung sind“, konstatiert Costa nach einer Studie an Ultraläufern. Es veränderte sich bei diesen Ultraläufern die Darmwand, wodurch Bakterien in das Blut gelangen können. Auch Claußnitzer fand in seiner aktuellen Studie erhebliche Veränderungen nach Extrembelastungen: Er untersuchte Immunparameter wie Anzahl und Funktion der zirkulierenden Immunzellen sowie weitere Entzündungs- und Belastungsparameter. Er beobachtete in seiner Studie, in der nur gesunde und fitte Läufer an den Start gingen, auch Magen-Darm-Beschwerden, Infekte und vorübergehende Herz-Kreislauf-Probleme. Das waren zwei Studien, die Läufer unter längeren Distanzen als den Marathon untersuchten, die Auswirkungen beim Marathon sind etwas geringer, aber Veränderungen bestehen (vor allem bei schlecht vorbereiteten Läufern) durchaus. Die gute Nachricht: Die veränderten und auffälligen Parameter normalisieren sich in der Regel schnell nach einem Marathon.

Marathon: Halb so schlimm – wenn die Regeneration passt!

Also alles in allem halb so schlimm, denn die Änderungen sind alle reversibel. Aber hoffentlich hast Du erkannt, wie wichtig die Phase der Regeneration nach dem Marathon ist. Du hast vielleicht schon den nächsten Wettkampf im Kopf, vor lauter Euphorie willst Du gleich den nächsten Marathon laufen, doch bitte nicht gleich 2 Wochen nach dem vergangenen! Denn jetzt braucht Dein Körper erst mal Ruhe und Erholung, er hat die letzten Monate viel geleistet. Lege daher nach Deinem erfolgreichen Marathon erst mal die Beine hoch, ruhe und genieße; und wenn’s denn eine Laufeinheit soll, dann idealerweise nur kurz (max. 30 min) und vor allem im REKOM-Bereich!

In diesem Sinne genießt den lang angepeilten Lauf und legt danach die Beine hoch.

 

 

Bildquelle: pixabay.com/ maxmann / (07.08.2018)