Bewegungsarmut macht den Darm schlaff. Eigentlich sehr naheliegend, denn der Darm lebt von der Bewegung: Er selbst muss sich ja schon viel bewegen, die sogenannte „Darm-Peristaltik“ sind die Transportbewegungen, die der Darm selbst durchführt, um den Nahrungsbrei durch die lange Darmhöhle zu bringen und letztendlich wieder loszuwerden. Dabei ist unserem Darm jegliche Form der Bewegung recht, die die Peristaltik unterstützt. Sitzen hingegen, und das tun die Menschen heutzutage zuhauf, ist für den Darm eine ungünstige Haltung, bei der die Darmbewegungen gehemmt werden; gleichzeitig erschlafft bei uns Sitzmenschen langfristig gesehen die Bauchmuskulatur, die wichtig für einen gesunden Darm ist.

Daher hier gleich der erste Tipp:

Kräftige für eine gute Verdauung regelmäßig Deine Bauchmuskulatur.

Stelle Dir ein kleines Workout mit Tagesschau-Länge (= 15 min) zusammen. Das Workout sollte vor allem Übungen zur Stärkung der Bauchmuskulatur beinhalten, da diese bei den meisten zu schwach ist. Kräftige gleichzeitig die Rücken- und die seitliche Rumpfmuskulatur. Runde das Workout durch Dehnübungen ab. Ein paar Atemübungen zum Abschluss sind ideal, da diese positiv auf die Darmtätigkeit wirken. Sollte Dir das schwer fallen, dann nutze eine Rumpfkraftdiagnostik in den Diagnostikzentren; basierend auf diesen Daten stellen wir Dir ein kurzes, aber gezieltes auf die Defizite Deiner Rumpfmuskulatur zugeschnittenes Gymnastik-Programm zusammen.

Frische Luft & etwas Massage für den Darm

Neben den Kräftigung-, Dehn und Atemübungen ist zudem Bewegung im Ausdauerbereich wichtig, idealerweise an der frischen Luft. Zunächst ist jegliche Form der Bewegung günstig; beim Radfahren hat der Darm allerdings wegen der sitzenden Position weniger Bewegungsfreiheit wie beim Wandern, (Nordic) Walking, Skilanglaufen, Schneeschuhwandern oder beim Laufen. Vor allem das Laufen beeinflusst die Darmperistaltik positiv, da die schwingende Bewegung durch das rhythmische Auftreffen der Füße auf dem Boden den Darm manches Mal sogar mehr anregt als der Läufer es wünscht; eine Gelegenheit für den Toilettengang, vor allem bei der frühmorgendlichen Laufeinheit, kann hier hilfreich sein.
Zu Hause von der Ausdauereinheit angekommen empfehlen wir ein Stretching, um einerseits die Muskulatur zu entspannen, andererseits wiederum direkt auf die Darmtätigkeit einzuwirken: Denn unterstützt Du die Dehnübungen durch eine anschließende kleine Selbstmassage, nicht nur der vorher arbeitenden Muskulatur, sondern auch des Bauches (z.B. durch kreisende Bewegungen in Richtung des Dickdarmes, also im Uhrzeigersinn), so unterstützt Du auch hier die natürlich Bewegung des Darmes.

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Tomasz Woźniak