Auch diesen Sommer ist es wieder heiß in den Nächten, viele Leute schlafen in dieser Zeit schlechter. Wir hier im Allgäu sind verwöhnt, da die Nächte doch zumeist kühler als im sonstigen Bundesgebiet und in südlicheren Ländern sind. Was machen die Spanier und Italiener? Meist eine ausgiebige Siesta, nach dem Mittagessen legt man sich erst mal hin, bis die Temperaturen draußen wieder etwas niedriger werden. Dafür sind sie aber bis in die Nacht hinein aktiv.

Wie nun bei uns? Auch Siesta halten, wenn man in den lauen Nächten schlecht schläft? Der Schlaf ist eine Energietankstelle für unseren Körper, gleichzeitig auch für Geist und Seele. Das sieht man allein schon am Puls- und Blutdruckverlauf: Nicht selten kann man hier Pulswerte von unter 60 oder gar unter 50 S/min messen, auch die im Alltag bei vielen erhöhten Blutdruckwerte finden in einem erholsamen Nachtschlaf oft wieder zur Normalität.

Wann aber wird der gestörte Schlaf zur Schlafstörung?

Die zumindest im Auge behalten oder gar behandelt werden muss? Zunächst sollte die Art der Schlafstörung betrachtet werden: Macht das Einschlafen Mühe? Ist das Durchschlafen gestört? Oder ist es ein Früherwachen, bei dem der Betroffene deutlich zu früh am Morgen erwacht und bis zur eigentlichen Aufstehzeit nicht mehr einschläft? Grundsätzlich kann man immer dann von einer Schlafstörung sprechen, wenn mit dem gestörten Schlaf ein Leidensdruck ausgelöst wird und/oder verstärkt Tagesmüdigkeit auftritt, die Einfluss auf sonstige Aktivitäten nimmt.

Die Schlafzeit isoliert zu betrachten macht keinen Sinn, denn 5 Stunden qualitativ hochwertigen Schlafes können wertvoller sein als 8 Stunden gestörter und somit wenig erholsamer bzw. gering regenerativer Schlaf. Doch wie viel Schlaf braucht der Mensch? Das lässt sich natürlich (wie bei so vielen Dingen) nicht pauschal sagen, denn das individuelle Schlafbedürfnis hängt von vielen Faktoren ab: Entscheidend ist Dein Alltag und Stresslevel, dann natürlich die Schlafqualität (je besser, desto weniger brauchst Du), Deine Ernährungsgewohnheiten und zuletzt auch Dein Training. Denn je härter und umfangreicher Du trainierst, desto mehr Ruhe, Erholung und Regeneration benötigt Dein Körper in der Nacht.

Vorübergehend, kurzzeitig oder chronisch? Schlafstörungen sind unterschiedlich!

Gleichzeitig ist es wichtig, wie lange die Schlafstörung anhält: Eine vorübergehende Schlafstörung mit einer Dauer von wenigen Tagen kennen sicherlich die meisten von uns. Ausgelöst werden sie häufig durch Anspannungssituationen wie z.B. eine bevorstehende Prüfung; kaum ist das Ereignis vorbei, regelt sich der Schlaf wieder von selbst ein. Lästiger sind sogenannte kurzzeitige Schlafstörungen, die zumindest ein bis mehrere Wochen anhalten. Oft spielen seelische Belastungssituationen eine Rolle oder Krankheitszustände, die im Auge behalten werden müssen, wenn sie den Schlaf negativ beeinträchtigen. Die chronische Schlafstörung dauert dann mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre an; deren Behandlung gehört in professionelle Hand. Oft werden aber nur wahllos Schlafmittel genommen bis hin zum Missbrauch der Medikamente; das ist natürlich der falsche Weg und führt nicht zu einer Besserung, oft sogar zu einer Verschlechterung.

Unser Tipp: Pflege für ein gutes Einschlafverhalten Rituale!

Das können übliche Dinge sein wie Zähneputzen, Eincremen, Selbstmassage, ein paar Dehnübungen oder aber nur den Tag gedanklich rekapitulieren lassen. Meide Handy, PC-Bildschirm oder Fernseher, denn die Blautöne/-reize dieser Medien lassen Dich schlechter einschlafen, v.a. wenn Du eh schon Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hast. Wenn Du nachts aufwachst und das „Kopfkino“ angeht, dann steh auf und widme Dich einer Tätigkeit (lesen, etwas schreiben, Hausarbeit), bis Du wieder müde wirst, anstatt Dich im Bett zu wälzen und darauf zu warten, wieder einzuschlafen. Bei Früherwachen nutzt Du die Gunst der Stunde und machst eine Bewegungseinheit in die aufgehende Sonne, sei´s walkend, joggend oder radelnd. Du wirst sehen, wie energetisch geladen Du in den Alltag und an Deine bevorstehenden Aufgaben gehst. Und wenn’s mittags dann ein Tief gibt, dann gönne Dir einen „Power-Nap“ zur Mittagsstunde. Dieser sollte kurz sein, maximal 30 min dauern. Denn so fällst Du nicht in den Tiefschlaf und bist wieder fit für die Aufgaben des Nachmittags. Und in der kommenden Nacht wirst Du wunderbar schlafen …

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