Zeig mir, wie viel Biss Du beim Training hast!

Aber zeig es mir nicht zu oft! Heute meinen wir dabei nicht forderndes Training und Durchhaltewillen, sondern es geht wirklich um die Zähne.

Hartes und zehrendes Training ist in der Vorbereitung eines Wettkampfes durchaus wichtig, um nicht nur ausdauernd zu sein, sondern auch um eine gute Zielzeit zu erreichen. Leider machen viele Freizeitläufer die Trainingseinheit, die eigentlich dem Entspannen, Abnehmen und der Gesundheit dienen soll, zum Wettkampf im Training. Subjektiv gefühlt locker geht es durch den Wald, objektiv ist die Muskulatur aber bei weitem nicht mehr entspannt, arbeitet im Kohlenhydratbereich, also in der anaeroben Zone. Im weniger schlimmen Fall stagniert die Leistungsentwicklung, der Läufer / die Läuferin hat das Gefühl, trotz regelmäßigen Trainings auf der Stelle zu treten.

Zeig mir Deine Zähne – und ich sag Dir, wie gut Dein Training ist?

Im schlechteren Fall bekommt die Gesundheit einen Dämpfer: Diese für den Körper stressreichen Trainingseinheiten haben vor allem negative Auswirkungen auf das Immunsystem, das zunehmend schlechter in der Lage ist, einfallende Viren und Bakterien nachhaltig zu bekämpfen. Und dieses Phänomen kann sich durchaus auch im Zahnbereich zeigen: So können sich Zahn- und Zahnfleischentzündungen leichter entwickeln, wenn die Immunabwehr geschwächt ist und somit weniger entgegenzusetzen hat. Und die vermehrten Bakterien aus dem Mundbereich breiten sich dann wiederum gerne über den ganzen Körper aus und können Probleme an der Muskulatur (Muskelzerrungen, – faserrisse), am passiven Bewegungsapparat (Sehnenprobleme) oder auch am Herzmuskel (Herzmuskelentzündung) verursachen.

Jetzt aber keine Angst vor intensiven Einheiten!

Das Maß der Dinge ist entscheidend, ob Dein Immunsystem geschwächt oder gar gestärkt wird. Hier geht es beim leistungsorientierten Sportler um die langfristige Trainingsplanung: Wichtig ist es für ihn, das komplette Trainingsjahr in unterschiedliche Phasen aufzuteilen. Es werden zuallererst die Wettkämpfe festgelegt. Danach können die unterschiedlichen Trainingsphasen angesetzt werden. Zentral und für die Gesundheit am wertvollsten sind dann die Grundlagenphasen, die sog. Vorbereitungsphase 1. Hier wird viel im lockeren GA1-Bereich trainiert, eine Phase zum Basisaufbau, der Entwicklung der aeroben Kapazität, hier geht das Immunsystem äußerst gestärkt hervor. Wird diese Phase im Trainingsjahr konsequent geplant und umgesetzt, sind die nachfolgenden intensiven Phasen nicht nur hocheffektiv, während dieser unmittelbar vor den Wettkämpfen liegenden Phasen leidet auch das Immunsystem zunächst nicht. Dauern die intensiven Perioden allerdings zu lange an oder sind diese zu dicht gesetzt (zu viele Wettkämpfe), dann geht die Immunabwehr in den Keller.

Fazit: Je mehr Wettkämpfe Du planst und je fordernder Dein Training ist,
desto wichtiger wird eine gute und detaillierte Trainingsplanung (die übrigens auch mit den Belastungen Deines Alltags abgestimmt sein sollte).

Und der Freizeitsportler?

Auch ihm und seinem Immunsystem schaden schnellere und flottere Einheiten (= GA2 und darüber) nicht, wenn diese nicht zu häufig im Training vorkommen und der Fokus im GA1-Berich liegt (… das ist das lockere Fettstoffwechseltraining). Wie sieht aber die Realität aus? Viele kommen zu uns zur Stoffwechsel- und Leistungsdiagnostik und berichten davon, dass sich die Fitness nicht so entwickelt, wie sie sich das wünschen geschweige denn, dass sie durch die sportlichen Aktivitäten abnehmen. Sie geben ab, dass sie subjektiv im lockeren Tempo trainieren, objektiv stellen wir aber fest, dass das Training häufig zu hart ist. Das, was die Freizeitsportler als lockere Einheit empfinden, entpuppt sich als Tempoeinheit, die Gesundheit und Immunsystem fordert, ja oft überfordert. Und das wiederum kann sich negativ auf die Zahngesundheit und letztendlich durch eine Entzündung im Zahnbereich negativ auf die Gesamt-Gesundheit auswirken.

 

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