Über 5 Millionen der Deutschen leiden an schmerzhaften Veränderungen in den Gelenken, das sind 6% der Gesamtbevölkerung hierzulande. Bei den über 65-jährigen steigt der Anteil auf über 50 %, bereits jeder Zweite ist betroffen. Bei den über 70-jährigen zeigen 70-80% Zeichen einer Gelenksdegeneration; bei vielen droht Gelenkersatz. Arthrose ist somit die weltweit häufigste Gelenkerkrankung, sie beruht auf Abnutzung. Der im Gelenk liegende wertvolle Knorpel ist abgenutzt, in späteren Stadien ist das Gelenk häufig entzündet.

Wann entsteht eine Arthrose?

Wenn man die Ursachen kennt, kann man zumindest das Risiko, dass es einen selbst erwischt, senken oder zumindest minimieren. Natürlich gibt es eine gewisse genetische Disposition, d.h. wenn Deine Vorfahren schon Probleme mit den Gelenken hatten, dann legen sie Dir eine gewisse Veranlagung in die Wiege; das macht aber bei Arthrose den geringsten Teil des Risikos aus. Viel wichtiger ist das eigene Körpergewicht, denn ist dieses zeitlebens zu hoch, dann haben die Hüft-, Knie- und Fußgelenke über Jahre hinweg eine höhere Last als beim Normalgewichtigen zu tragen. Gleichzeitig ist Bewegung wichtig, da sich Gelenk und Knorpel ausschließlich darüber ernähren können, Dauerhafte Fehlbelastungen (statische Haltungen im beruflichen Alltag) sollten vermieden werden. Letztendlich gibt auch eine schlechte „knorpelunfreundliche“ Ernährung der Arthrose Vorschub. Wie Du knorpelgesund essen kannst, erfährst Du im nächsten Blogartikel dieser Reihe.

Auch Stoßfänger brauchen Bewegung

Der Knorpel im Gelenk fungiert als Schutzschicht für den Knochen. Er befindet sich an den Knochenenden und verhindert, dass diese zwei Gelenkflächen aufeinander reiben. Somit ist er eine Art Stoßfänger und verteilt die Belastung gleichmäßig auf das Gelenk. Bei Bewegung werden Schlacken- und Stoffwechselendprodukte vom Knorpel quasi wie aus einem Schwamm herausgedrückt; in der Entlastungsphase kann sich der Knorpel analog zum Schwamm wieder mit Flüssigkeit vollsaugen und so wertvolle Nährstoffe aufnehmen. Eine gute Nährstoffversorgung durch Aktivität und Bewegung wirkt somit dem Knorpelabbau entgegen und sorgt dafür, dass die Gelenke gut geschmiert sind und beweglich bleiben. Für eine gute Gelenkfunktion ist auch die Muskulatur wichtig: Denn ein stabiler und gut trainierter Muskelapparat entlastet Knorpel und Gelenke.

Was mögen unsere Gelenke nicht:

langes Sitzen und Stehen; denn hier ist der Schmiermechanismus behindert. Das lässt sich allerdings in unserem beruflichen Alltag kaum vermeiden. Unterbrich daher wenn immer möglich die Länge Deiner Sitzphasen, indem Du Kollegen auch mal persönlich aufsuchst oder den Arbeitsplatz (z.B. im Homeoffice oder im Büro) wechselst. Wenn Dein Schreibtisch höhenverstellbar ist, dann nutze dies Funktion und baue Stehphasen in Deinen Büroalltag ein.
Optimiere zur Schonung Deiner Gelenke und Vermeidung von Arthrose Dein Körpergewicht. Studien zeigen, dass Minimaleffekte zur Besserung einer bestehenden Arthrose bereits bei einer Gewichtsreduktion um 5 % erreicht werden. Schafft es der Gelenkgeplagte allerdings, sein zu hohes Körpergewicht um 10 % zu senken, erreicht man laut Studien bereits eine Schmerzreduktion um 50 %. Das sind doch gute und animierende Prognosen, oder? Also runter von der Couch und raus in die Aktivität. Was dabei gut für Dich ist, kannst Du im nächsten Blogartikel lesen.

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