Mit einer sogenannten Myokarditis ist nicht zu spaßen: Es sollte generell nach eine Fieberphase, egal ob durch COVID oder andere Erkrankungen, eine mindestens 14-tägige Sportpause nach Abklingen des Fiebers gesetzt werden. Denn steigt man nach so einer Krankheitsphase zu schnell wieder ein, kann dies lebensgefährlich sein. Eine unerkannte Herzmuskelentzündung ist die häufigste Ursache für den plötzlichen Herztod, nicht nur bei Leistungssportlern. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte erst einen Monat nach Abklingen der Symptome wieder sportlich aktiv werden. Beginne zum Ende dieser Phase zunächst mit lockeren Einheiten im REKOM-Bereich.

Eishockeyprofi Janik Möser von den Wolfsburger Grizzlys hat es am eigenen Leib erfahren: Er hatte eine Herzmuskelentzündung, die auf seine Infektion mit Sars-CoV-2 im Oktober 2020 zurückgeführt wird. Er fühlte sich nach überstandener Erkrankung wieder fit, doch sein Belastungs-EKG zeigte Ausschläge, die dem Medizinier nicht gefielen. Diagnose: Myokarditis und zunächst Sportverbot. Wäre dies nicht entdeckt worden, wäre es beim nächsten Spiel auf dem Eis gefährlich geworden.

Professor Martin Halle, der Leiter der Sportmedizin in München, formuliert es so: „Bei der Lunge merken Sie, wenn etwas nicht stimmt. Sie husten oder haben Atemnot. Das Herz spüren Sie nicht. Gerade bei Jüngeren, auch bei Sportlern, ist das eine große Gefahr. Sie spüren nicht, dass das Herz ein Problem hat und trainieren einfach weiter“1. Professor Jürgen Scharhag, österreichischer Leiter des Instituts für Sportmedizin, geht noch weiter: „Mittlerweile wissen wir Mediziner, dass das neue Coronavirus SARS-CoV-2 nicht nur die Lunge angreift, sondern dem gesamten Organismus schwer zusetzen und sogar zu einem Multiorganversagen führen kann. Eine wesentliche Ursache scheint zu sein, dass Covid-19 eine Entzündung der Blutgefäße verursachen kann“.

Einstimmig wird daher empfohlen, auch nach mildem oder gar symptomfreiem COVID-Verlauf eine Sporttauglichkeitsprüfung erstellen zu lassen, um Risiken durch ein zu frühes Training zu vermeiden.

Hier liegt der Fokus vor allem darauf, ob noch Entzündungszeichen vorliegen. „Intensive sportliche Belastungen während einer Entzündung können schwerwiegende Folgen haben, bis zum Herzstillstand oder plötzlichen Herztod“, so Professor Halle weiter. „Aus Erfahrungen mit anderen Infekten wie der Grippe (Influenza) wissen wir: Wenn man sich nicht gründlich auskuriert, kann das Virus schneller und tiefer in die Atemwege eindringen, sich dort stärker reproduzieren und massiven Schaden anrichten“1.

In unserem Angebotspaket der Großen Diagnostik bekommst Du alle relevanten Teiluntersuchungen, die für die Abklärung und für eine Sport-Tauglichkeit nach COVID-Erkrankung wichtig sind, angefangen von einer ausführlichen medizinischen Anamnese durch unsere Ärzte über Ruhe- und Belastungs-EKG sowie ein umfangreiches Blutprofil mit Entzündungsparametern. Zudem wird die Lunge in einer Ruhe-Spirometrie sowie der Atemgasanalyse unter Belastung (Spiroergometrie) ausgiebig untersucht. Gleichzeitig können wir Dir durch die Ergebnisse aus der Stoffwechseldiagnostik sagen, wie Du den Wiedereinstieg nach Erkrankung und vollständiger Genesung steuerst, um zügig wieder an die frühere Leistungsfähigkeit anknüpfen zu können. Gerne kannst Du Dich dazu im Vorfeld von uns beraten lassen.