Es sei gleich zu Beginn gesagt: Wegweisende Studien zum Einfluss von Ernährung auf die Demenz gibt es bisher nicht, aber durchaus vielversprechende Ansätze. Warum ist das so? Einerseits wurden oft nur einzelne Bestandteile untersucht, hier vor allem Fischöl (Omega-3-Fettsären) sowie Vitamine und Mineralstoffe. Andererseits waren die Untersuchungszeiträume zu kurz, es fehlen Langzeitstudien. Aber die Demenz ist eine Erkrankung, „deren Entstehung sich über Jahrzehnte hinzieht und zu der viele gestörte Stoffwechselwege beitragen. Zudem ist neben den Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe) auch die Zusammenstellung der Hauptnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate von großer Bedeutung. Solange die Menschen weiterhin ihre übliche kohlenhydratlastige und von schlechten Fetten strotzende westliche Kost essen, helfen auch Vitaminpillen oder Fischöl nichts,“1 so Dr. Heilmeyer.

Welche Bausteine braucht unser Hirn?

Es besteht zu 70 % aus Wasser. Die restlichen 30 % der Gehirnmasse bestehen zu knapp zwei Drittel aus Fetten und verwandten Substanzen wie dem Cholesterin, zu knapp einem Drittel aus Eiweißen und nur zu max. 10 % aus Kohlenhydraten. Fett und Cholesterin sind somit neben Wasser die wichtigsten Bestandteile sowie unentbehrliche Bau- und Wirkstoffe unseres Gehirns. Das aus dem Volksmund stammende Wort „Hirnschmalz“ bekommt hiermit eine besondere Bedeutung. Das Fazit von Dr. Heilmeyer: „Erst mit den richtigen Fettsäuren und Cholesterin in den Membranen klappt auch der Funkverkehr“1 im Gehirn.

Was haben unsere Vorfahren verzehrt, um ein so großes leistungsfähiges Hirn zu entwickeln?

Die am Meer lebenden Bewohner haben viel Fisch und Meeresfrüchte verzehrt, reich an Fetten und Cholesterin. Diese Lebensmittel sollten 2x/Woche auf Deinem Speiseplan stehen, denn Fisch fördert die Gehirnleistung, das konnten bereits viele Studien aufzeigen. Ergänzen kannst Du den Speiseplan durch Algen, die neben Ballaststoffen und Eiweiß auch mit Vitaminen und Mineralstoffen (insbesondere Jod) punkten.

Zum Erhalt der Hirngesundheit nimmt Kokosöl eine wichtige Stellung ein.

Es besteht zu 60 % aus mittelkettigen Fettsäuren. „Das gefällt zwar vielen Ärzten und Ernährungsberatern gar nicht, weil sie noch gelernt haben, dass gesättigte Fettsäuren per se schädlich wären … Das war so nie richtig und ist inzwischen in vielen wissenschaftlichen Publikationen hinterfragt und belegt worden.“1 Kokosöl kann für das Frühstück oder zum Kochen verwendet werden. Die Wirkung auf die Hirngesundheit entfaltet sich optimal, wenn es mit Nahrungsmitteln, die ungesättigte Fettsäuren enthalten, kombiniert wird. Dies sind Fisch, Lein-, Hanf-, Raps- oder Walnussöl. Auch alle Sorten von Nüssen sind wertvoll (z.B. als Beigabe zum Salat), allen voran die Walnüsse.

Wichtig für ein leistungsfähiges Gehirn sind die sekundäre Pflanzenstoffe.

Es sind Stoffe, die der Pflanze nicht nur für Wachstum und Stoffwechsel dienen, sondern andere Funktionen wie z.B. den Schutz vor Insekten-Fraß oder vor UV-Licht übernehmen. Daher ist es – auch für eine gute Vitamin- und Mineralstoffversorgung – so wichtig, viel Gemüse zu essen. Davon kannst Du nicht zu viel essen. Auch die Darmflora wird es Dir danken. Zudem ist Obst wichtig, wegen des hohen Kohlenhydratanteils aber nicht in der Menge wie das Gemüse; fokussiere Dich im Obstbereich vor allem auf die Beeren.

Im Bereich der Gewürze empfehlen wir für ein leistungsfähiges Hirn Kurkuma.

Dieses Ingwergewächs aus der asiatischen Medizin und der indischen Küche ist ein wichtiger Bestandteil des Currys. Der Hauptwirkstoff von Kurkuma, das Kurkumin, gehört zu den phenolischen Verbindungen und kommt problemlos durch die Blut-Hirn-Schranke. Dort kann es seine volle Wirkung entfalten, ähnlich der von entzündungshemmenden Medikamenten, jedoch ohne deren schädlichen Nebenwirkungen.

Nicht nur die Nahrung, sondern auch „Essmuster“ beeinflussen die Hirngesundheit.

Isst Du immer unter Stress und Zeitdruck? Wie oft kaust Du den Nahrungsbrei im Mund? Die Kau-Dauer beeinflusst die Vorverdauung (Kohlenhydrate werden bereits im Mund aufgespalten) und somit die Belastung des Magen-Darm-Trakts. Wie ist das Essambiente, hast Du ein schön angerichtetes Essen und gar ein Kerze also Deko auf dem Tisch? Oder liegen dort die Zeitungen und Zeitschriften der vergangenen Wochen? Läuft der Fernseher während der Mahlzeit?

Fazit: Nimm Dir Zeit zum Essen, lege Wert auf einen schönen Rahmen, esse in Gesellschaft, hab Mut zum Fett und sei sparsam mit Kohlenhydraten, vor allem abends. Du wirst sehen, welches Potential Dein Gehirn abruft. In diesem Sinne wünschen wir Dir einen guten Appetit und schöne Ess-Stunden!

Das Team der Diagnostikzentren