Der digitale Weg zu mehr Aktivität

Der digitale Weg zu mehr Aktivität

Wie viele Menschen gibt es, die sich zum Jahreswechsel vornehmen, wieder mehr in die Aktivität zu kommen? Günther ist einer davon: Mit guten Silvestervorsätzen im Kopf schnallt er sich gleich am Neujahrstag die Sportschuhe an und macht sich emsig auf den Weg in den nahegelegenen Wald. Schon an der Waldgrenze merkt er, dass seine Fitness über die Zeit der Inaktivität deutlich nachgelassen hat. Das Joggen bringt ihn inzwischen schnell außer Puste. Was für eine Schande! Hoffentlich ist Nachbar Gerd noch nicht unterwegs. Sonst würde der sehen, dass Günther Gehpausen einlegen muss. Nach drei Minuten Gehen und Verschnaufen wagt Günther den zweiten Jogging-versuch. Sein Knie hat sich auch schon mal besser angefühlt …

Beachte die 48-Stunden Regel!

Günther war zumindest einer, der seine Silvestervorsätze gleich am nächsten Tag umgesetzt hat. Er hat seinen inneren Schweinehund nach der 48-h-Regel überlistet. Dauert die Umsetzung Deines Vorhabens (dabei ist es egal, was Du Dir vorgenommen hast) länger als zwei Tage, so ist die Wahrscheinlichkeit, es tatsächlich noch zu verwirklichen, äußerst gering; dann kann sich der innere Schweinehund schon mal entspannt zurücklegen.

Wir wollen genau diesen Menschen helfen! Denn es gibt so viele da draußen, die ein oder gar mehrere gute Motive haben, sich zu bewegen und damit ihre Gesundheit zu fördern. Es gibt aber im Gegenzug so unglaublich viele, die es nicht schaffen, Ihr Vorhaben dauerhaft umzusetzen! Manche sind sogar mehrere Monate aktiv, werden aber dann durch ein Problem wieder aus diesem regelmäßigen Trainingsprozess herausgeworfen. Solche Unterbrechungen sind normal und können von vielfältigem Charakter sein: Der eine hat ein gesundheitliches Problem (Erkältung, Knieschmerzen, …), der andere ein zeitliches (viel Arbeit, zu spät Feierabend für die Sporteinheit, Keller aufräumen, …), der dritte ein motivationales (das Wetter war schlecht, der Reißverschluss der Jacke klemmte, …).

Die Trickkiste des Schweinehunds ist vielfältig.

Jetzt wäre professionelle Hilfe wichtig, um wieder in die Aktivität zu kommen. In unserer täglichen Arbeit kennen wir die Hürden und Fallstricke, die ein sportlicher Alltag mit sich bringt. Vor allem den psychosomatischen Patienten unserer Kooperationsklinik, den Panorama Fachkliniken in Scheidegg, fällt es häufig schwer, die während des stationären Aufenthalts entwickelten Bewegungsvorsätze im Alltag zu Hause in die Tat umzusetzen. Wir unterstützen unsere Patienten durch die Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose und geben Ihnen einen auf deren Situation zugeschnittenen Bewegungsvorschlag über die drei ersten Monate nach dem Klinikaufenthalt. Darin enthalten sind die passenden Pulswerte für ein effektives Fettstoffwechseltraining, die Länge und Häufigkeit der Einheiten sowie die richtigen Gymnastik-Übungen, um die beim Test aufgedeckten muskulären Defizite auszugleichen.

Da wir nach Ende dieses Trainingsplans aktiv Kontakt zu unseren Probanden aufnehmen, wissen wir, dass es des Öfteren passiert, dass die Menschen – wieder gefangen in ihrem Alltag – ihre guten Vorsätze nicht umgesetzt haben. Dem wollen wir zukünftig professionell Abhilfe schaffen: Daher haben wir zusammen mit Dr. Wolfgang Wiebecke das „fit bis 100“-Online-Programm entwickelt. Einen Einblick in diesen 26 Wochen dauernden Digital-Kurs bekommst Du auf unserer Homepage www.diediagnostikzentren.de/fitbis100. Wir freuen uns auf Deinen Besuch.

Ist ein hoher Puls gefährlich?

Ist ein hoher Puls gefährlich?

Bin ich eine Hochpulserin?

In unserer täglichen Arbeit als Leistungsdiagnostiker ist ein zentrales Thema der Puls, sei es in Ruhe oder unter Belastung. Zunächst zum Ruhepuls: Sinnvollerweise wird dieser auch in absoluter Ruhe gemessen, um aussagekräftige Werte zu haben. Ein guter Zeitpunkt ist morgens nüchtern vor dem Aufstehen. Messe den Ruhepuls eine Woche lang am Morgen und bilde den Durchschnittswert. Grundsätzlich weist ein niedriges Ruhepulsniveau auf einen guten Trainingszustand hin, es ist aber auch genetisch beeinflusst, zudem können Medikamente den Puls beeinflussen. Wenn Du eines Morgens Abweichungen von Deinem gewöhnlichen (über eine Woche ermittelten) Ruhepulsniveau feststellst, solltest Du vorsichtig sein, wenn Du sportlich aktiv werden möchtest: Es kann ein Infekt dahinterstecken, den Du womöglich noch gar nicht durch eine schniefende Nase oder kratzenden Hals bemerkst; aber Dein Immunsystem arbeitet schon auf Hochtouren, was einen höheren Puls nach sich zieht (z.B. eine Abweichung von 10-15 S/min nach oben).

Hohe Ruhepulsniveaus können durch unterschiedliche Faktoren bedingt sein. Kläre für Dich, ob Du unter Dauerstress stehst, Deine Anspannung nicht los wirst, schlecht geschlafen hast, wenig Flüssigkeit trinkst (oder auch zu viel Alkohol), sonst auch ungesund lebst und Dich zu wenig bewegst. Auch Ängste und andere psychische Belastungen können hinter einer Hochpulsigkeit stecken.

Ein niedriger Blutdruck kann dabei eine Hochpulsigkeit begünstigen

Sollest Du Ruheblutdruckwerte von beispielsweise 90/50 mmHg haben und vom Liegen oder Sitzen schnell aufstehen, so schießt Dein Puls wahrscheinlich raketenartig nach oben, da Dein tiefer Blutdruck zu langsam reagiert und Dein Körper somit über den hohen Puls versucht, den Kreislauf stabil zu halten, damit Dir nicht schwindlig wird oder schwarz vor Augen.

Unter Belastung sehen wir in unserer Arbeit als Diagnostiker nicht selten hohe Herzfrequenzen, vor allem bei schlanken Frauen mit niedrigem Blutdruck. Wenn sie auf das Laufband oder Fahrradergometer steigen, sind die Pulswerte oft schon im dreistelligen Bereich. Und wenn es mit der Belastungstestung losgeht, sind sie schnell bei 140-160 S/min. Das ist zunächst nicht bedenklich (auch wenn sich die Probanden gerne Sorgen darüber machen), aber wir sehen am Verlauf der Laktatwerte und der Atemgase, ob die Muskulatur in den hohen Pulsbereichen noch im aeroben Stoffwechsel, also im Sauerstoffüberschuss ist und somit im gesunden Bereich arbeitet. Und das ist der entscheidende Faktor: Denn wenn der Stoffwechsel der Muskulatur noch nicht an der Grenze zum anaeroben Bereich (= Kohlenhydratstoffwechsel) ist, so sind auch die hohen Pulswerte (die gerne mal bei 170/180 S/min liegen können) unbedenklich und können auch im nachfolgenden Training angesteuert werden.

Zurück zum Ruhepuls: Grundsätzlich sind hohe Pulswerte in Ruhe nicht gefährlich (im Gegensatz zum hohen Blutdruck) und meist nur ein Symptom. Sie sollten aber beobachtet werden. Denn wenn Dein Herz in Ruhe anstatt 60 S/min eine Arbeit von 90 S/min machen muss, dann sind das täglich 43.200 Schläge mehr als beim „Normalpulser“ und 72.000 Schläge mehr als bei einem gut Trainierten, der einen Ruhepuls von 40 S/min erreicht. Auf das Jahr gerechnet kann hier ein Unterscheid von 25.000.000 Millionen Schläge zusammenkommen, eine beachtliche Menge. Wir wollen Dich nicht beunruhigen, denn das Herz hat nicht eine maximale Schlagzahl, an dem es seinen Dienst quittiert, genauso wie der Motor eines Autos: Manche haben bei 300.000 Kilometer Fahrleistung schon einen Motorschaden, andere fahren Ihre Autos gut und gerne 900.000 Kilometer, v.a. wenn sie schonend fahren und den Ölwechsel rechtzeitig machen.

Und genau das ist der wichtigere Faktor: Gehe schonend mit Deinem Herz um und pflege es! Wir wollen Dich motivieren, Dich um die Bedürfnisse Deines Herzens zu kümmern: Das beginnt mit der richtigen Flüssigkeitszufuhr (siehe dazu auch den Absatz Trinkmenge und Hochpulser). Dein Herz ist zudem ein unermüdlicher Arbeitsmuskel, und Dein Herz will Arbeit haben: Bewege Dich also regelmäßig, um es zu fordern, aber nicht zu überfordern! Und hier ist wiederum der entscheidende Faktor, mit welchem Puls Du beim Joggen, Radfahren, Schwimmen oder sonstigen Aktivitäten unterwegs bist.

 

Was optimal ist, können wir in einer Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose für Dich herausfinden.

Was kann ich im Seniorenalter durch Bewegung erreichen?

Der Begriff „erfolgreiches Altern“ hat sich in der Welt der Sportmedizin in den vergangenen Jahrzehnten manifestiert. Hinter dem Begriff verbirgt sich die Lebenserwartung, die der Mensch als gesund erlebt. Es geht um ein behinderungsfreies, krankheitsfreies und aktives Leben für den alternden Menschen. Natürlich sinkt im Laufe des Lebens die körperliche Leistungsfähigkeit, der Rückgang beginnt bereits ab dem 30. Lebensjahr. Zahlreiche Studien konnten jedoch zweifelsfrei belegen, dass körperlich aktive Menschen den altersbedingten Rückgang der Fitness wesentlich verlangsamen können. „Unter Umständen können dadurch 20 Jahre Funktionsverlust durch Inaktivität kompensiert werden“, sagen die Sportmediziner Jeschke und Zeilberger.1

Das sehen wir Woche für Woche bei unseren sportmedizinischen Untersuchungen in den Diagnostikzentren. Nicht selten stellen aktive Senioren mit ihrem Leistungsprofil junge, inaktive Erwachsene in den Schatten. Ein Zitat von Professor Wildor Hollmann, der Jahrzehnte an der Deutschen Sporthochschule in Köln unterrichtete, besagt, dass man durch einen aktiven Lebensstil „20 Jahre lang 40 Jahre alt“ bleiben kann. Dies können wir durch unsere breite Erfahrung in der diagnostischen Arbeit bestätigen.

Was macht die „fitten Alten“ aus?

Leistungsfähige Senioren glänzen immer durch eine hervorragende Grundlagenausdauer. Die Sportwissenschaft spricht hier von einer exzellenten aeroben Kapazität. Diese zu entwickeln, setzt das richtige Training voraus. Eine hohe aerobe Kapazität lässt sich aber nur durch moderate Belastungsreize entwickeln.

Genau da liegt das Dilemma: Denn allzu häufig steigen ehemals inaktive Menschen zu intensiv in ein Training ein, was auch nicht verwundert. Denn wer nicht mehr in der Lage ist, drei Stockwerke zu ersteigen, was laut einer repräsentativen Erhebung des Bundes-Gesundheitssurveys immerhin 50 Prozent der 50 bis 59-jährigen Frauen und 30 Prozent der gleichaltrigen Männer betrifft, der kommt im Sporteinstieg ebenfalls schnell an seine Grenzen. Genau diese Grenzen gilt es zu Beginn eines Bewegungsprogramms zu respektieren, da die körperlichen Aktivitäten ansonsten kontraproduktiv sind, ja sogar ungesund sein können.

Den Sporteinsteigern geht schnell die Lust an der Bewegung verloren, wenn sich nach einer Bewegungseinheit bleierne Müdigkeit oder gar Schmerzen breitmachen. Nicht umsonst rät die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention daher zu Vorsorgeuntersuchungen vor dem Sporteinstieg: „Sie beinhalten eine eingehende Anamnese, Ganzkörperuntersuchung, laborchemisches Screening (= Blutprofil), Ruhe-EKG, gegebenenfalls Echokardiographie und insbesondere eine ergometrische Belastbarkeits- und Leistungsdiagnostik.“2

Genau nach diesen Kriterien untersuchen wir in der großen Stoffwechsel- und Leistungsdiagnostik unsere nach Rat suchenden Probanden, insbesondere unsere Senioren. Darüber hinaus beraten wir sie in sportmedizinischen Fragestellungen und leiten sie mit konkreten Empfehlungen für ihre sportliche Betätigung an. Es geht uns somit nicht nur um die Abklärung der Gesundheit, sondern vielmehr um die Umsetzung in eine der aktuellen Fitness angepassten Aktivitäten. Die zentralen Fragestellungen sind hierbei, welche Sportarten dazu geeignet sind, in welchem Verhältnis Kraft- zu Ausdauertraining gesetzt werden soll, wie oft in der Woche Sport getrieben werden kann und welches die richtigen Pulswerte für ein sinnvolles Training sind. Nutze unser Wissen und das Handwerkszeug für ein effektives und gesundes Sportprogramm.

fit bis 100: Die Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose zeigt den Weg

fit bis 100: Die Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose zeigt den Weg

Was unterscheidet Sporteinsteiger von Sportprofis?

Augenscheinlich die Erfahrung, wie und wann trainiert wird, natürlich auch die Trainingsumfänge und -häufigkeiten. Von Interesse ist also vor allem die fehlende Erfahrung von Wiedereinsteigern oder Sportneulingen, insbesondere bei Senioren. Weil meist die Körper- und Trainingserfahrung im Laufe des Lebens in der Versenkung verschwunden ist, hat die Stoffwechsel- und Leistungsdiagnostik besonders für betagte Sporteinsteiger einen sehr hohen gesundheitlichen Nutzen. Ganz gleich, ob es um die Fettverbrennung oder um die Verbesserung der körperlichen Fitness geht: Eine Stoffwechsel- und Leistungsdiagnostik garantiert einen richtigen und gesundheitsförderlichen Sporteinstieg.

Gleichzeitig können die durch Bewegungsarmut beim älter werdenden Menschen entstandenen Risiken durch den medizinischen Check-up ausgeschlossen bzw. aufgedeckt werden. Hier geht es um Risiken, die gegen eine sportliche Aktivität sprechen. Ferner sieht man in der orthopädischen Untersuchung, ob und wie gut der passive Bewegungsapparat auf ein Bewegungsprogramm vorbereitet ist und wo der Senior gegebenenfalls aufpassen sollte.

Die Rumpfkraftdiagnostik deckt gleichzeitig muskuläre Defizite auf, an denen im Nachgang mit gezielten Übungen zu Hause und in der Gruppe gearbeitet wird. Nach dieser umfangreichen Stoffwechsel- und Leistungsdiagnostik wird dann ein individuelles, ganz auf den Senior abgestimmtes Training aufgebaut.

Eine erneute Untersuchung der Fitnesswerte in einem weiteren Test ist sinnvoll und hilfreich, denn die Trainingsbereiche und Herzfrequenzen verändern sich mit zunehmendem Training und verbesserter Fitness teils deutlich. Dadurch ändern sich auch die Intensitäts- und Pulsvorgaben. Ein Abstand von einem halben Jahr ist dabei empfehlenswert.

Mehr zu unserem Projekt und der dazugehörigen Buchvorstellung gibt’s hier. 

Wie gefährlich ist die Zecke?

Wie gefährlich ist die Zecke?

Wir haben einen milden Winter hinter uns. Allergiker merken das bereits, indem schon in eigentlichen Wintermonaten wie dem Februar erste Auswirkungen des Pollenfluges auftreten. Weniger bemerkt wird zunächst die schnelle Ausbreitung von Insekten, zudem auch der Zecke. Sie lauert uns schon bald wieder auf Wiesen und im Unterholz auf, denn sie liebt warme feuchte Regentage.

Besonders Süddeutschland ist von Zecken betroffen, viele Regionen zählen inzwischen zu den Risikogebieten. Übersichtskarten dazu gibt es zuhauf im Internet, z.B. unter zecken.info oder unter zeckenwetter.de. Die häufigste Zeckenart hierzulande ist der „gemeine Holzbock“.

Welche Gefahren verbergen sich hinter einem Zeckenstich?

Zum einen sind es Bakterien, die sich im Darm einer Zecke befinden und eine Borreliose auslösen können, eine Krankheit, die Nervensystem, Gelenke und Gewebe angreift. Davor kann man sich auch nicht mit Impfungen schützen. Die gute Nachricht dabei ist: „Man geht davon aus, dass sie erst nach einigen Stunden, in denen die Zecke am Menschen saugt, in dessen Blut gelangen“2.

Je schneller also die Zecke also entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, an Borreliose zu erkranken.

So erkennst Du Borreliose

Laut Robert Koch Institut1 tragen 5-35 % der Zecken tragen das krankheitserregende Bakterium in sich. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, liegt bei 2,5 bis 5,6 %. Und gleichzeitig entwickelt nicht jeder, der sich ansteckt, auch Symptome. Diese werden durch die Abwehrmechanismen des Körpers hervorgerufen. „Das Bakterium selbst ist eigentlich gar nicht so gefährlich; es will den Wirt nicht töten, sondern selbst möglichst unentdeckt bleiben. Nur durch die Reaktion des Immunsystems wird es sichtbar.“2 Der Krankheitsverlauf ist schleichend. Anfangs kann man die Symptome wie Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit für Anzeichen einer Grippe halten, Sportler deuten Symptome wie massiv angeschwollene Gelenke oft für eine Trainingsüberlastung. Im schlimmsten Fall können hohes Fieber, Herzprobleme bis zu einer Hirnhautentzündung auftreten. Bei Symptomen sollte man nach einer kreisförmigen Hautrötung suchen. Aber Vorsicht: Auch diese kommt nicht immer vor, 30 % der durch einen Zeckenstich infizierten weisen diese Hautrötung nicht vor. Zudem kann es bis zu 28 Tage dauern, bis sich diese Hautrötung (die auch gerne als Wanderröte bezeichnet wird) zeigt. Tritt sie aber auf, ist diese schon ein recht sicheres Zeichen für eine Lyme-Borreliose.

Das Tückische an der Diagnostik ist: Ein positiver Laborbefund (auf Abwehrstoffe/Antikörper) erlaubt nur in Zusammenhang mit der Symptomatik eine sichere Diagnose. Die Diagnose muss eindeutig sein, wenn mit Antibiotika behandelt wird, vor allem bei einem Wechsel zu anderen Antibiotika, falls das erste Präparat nicht anschlägt. Bei wem die Symptome ausbrechen, der kann im schlimmsten Fall ein Leben lang daran leiden. Bei fortgeschrittener Erkrankung gibt es nur wenig, was die Ärzte dagegen tun können. Es ist also Vorsicht angesagt, wenn bei warmer Witterung abseits der Wege gelaufen wird. Vorbeugende und wichtige anschließende Maßnahmen findest Du hier.

Die zweite Gefahr, die von Zecken ausgeht, sind Viren, die sich im Speichel der Zecke befinden. Dieser Virus geht bei einem Zeckenstich sofort ins Blut des Wirtes. Die dadurch ausgelöste Erkrankung der Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME) äußert sich durch schmerzvolle Angriffe auf das Nervensystem. Allerdings liegt die Gefahr nur bei 1:150: Denn nur 2 % der Zecken sind mit diesem Virus infiziert, und nur jeder Dritte, der von einer infizierten Zecke gestochen wird, zeigt die entsprechenden Krankheitssymptome. Gleichzeitig kann man sich gegen FSME impfen lassen.

Beim Thema Zecken ist auch besondere Vorsicht für Tierhalter geboten: Zecken haben bei Tieren wegen des Fells besonders leichtes Spiel. Auch vom Hund oder der Katze kann eine Zecke auf den Mensch übergehen, besonders wenn das Tier gestreichelt oder gebürstet wird. Tierhalter sollten sich also regelmäßig auf Zecken absuchen, vor allem wenn die Tiere viel im Freien sind.

Literaturquellen: 

  • 1 Robert-Koch-Institut: häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion, aktualisiert 19.12.2019, www.rki.de
  • 2  Runners World 7/2015, S 30
  • 3 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, www,infektionsschutz.de
Körperliche und seelische Belastungen von Pflegekräften

Körperliche und seelische Belastungen von Pflegekräften

Pflegekräfte haben zu Corona-Zeiten außerordentlich viel geleistet:

Sie haben die ambulante und stationäre Versorgung aufrechterhalten, sich (und auch ihre Familien) gleichzeitig einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Löblicherweise erkennt der Staat dies mit einer Bonuszahlung an, ein Tropfen auf den heißen Stein? Es bleibt zu hoffen, dass sich in den Köpfen unserer Bevölkerung und vor allem der Politiker festgemeißelt hat, wie wichtig diese Berufsgruppe für unser Gesundheitssystem ist und es letztendlich zu einer Aufwertung dieser wichtigen Personen kommt.

Die Arbeitsbedingungen für unsere Pflegekräfte sind zweifelsohne schwer:

Sie arbeiten im Schichtbetrieb, haben einen hohen Arbeitsdruck bei oft magerer Bezahlung. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen, es schlägt sich in der Krankheitsstatistik nieder, denn eine solche Tätigkeit bringt hohe körperliche sowie psychische Belastungen mit sich. Der Springer-Artikel resümiert: „Die Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege sind seit vielen Jahren die gesundheitlich mit am stärksten belastete und beinträchtigste Berufsgruppe in Deutschland.“ Wen wundert es dann, dass es immer weniger deutsche Staatsbürger gibt, die eine solche Belastung auf sich nehmen wollen?
Corona mit den Reisebeschränkungen und Grenzschließungen hat auch gezeigt, wie abhängig wir inzwischen von Pflegekräften aus den osteuropäischen Ländern sind. Viele Familien, deren Angehörige zu Hause mit einer Kraft aus dem Ausland gepflegt werden, kamen hier arg in die Bredouille, wenn die Pflegekraft ad hoc wegen Grenzschließung in die Heimat wollte und kein „Nachschub“ mehr wegen Grenzschließung kam. Das war für die Familien, die ihren Angehörigen den Luxus bieten, zu Hause unter Betreuung ihren Lebensabend zu verbringen, eine enorme Herausforderung, oft nicht ohne Folgen für den beruflichen Alltag.

Wie sieht die aktuelle Situation unserer Pflegekräfte in Deutschland aus?

Laut einer Studie von Badura et al.1 hat sich in der Krankenhauslandschaft von den 90er Jahren zur heutigen Zeit ein tief greifender Strukturwandel vollzogen, der sich gravierend auf die Bedingungen der Beschäftigten auswirkt. Er führt an, dass es in 1992 gerade mal 369 private Krankenhäuser gab, 2011 schon fast eine Verdoppelung mit 677. Die Zahl der Krankenhäuser sank insgesamt von 2.381 auf 2.041. Damit die Krankenhausbetreiber eine Dividende für sich herausholen, erleben die Beschäftigten eine „massive Veränderung der Rahmenbedingungen ihres Arbeitsfeldes“. Die Zahl der beschäftigten Pflegekräfte sank laut statistischem Bundesamt bundesweit von 331.301 auf 310.484. Gleichzeitig stieg die Patientenzahl von 14,9 auf 18,3 Millionen, die durchschnittliche Verweildauer sank von 13,9 auf 7,7 Tage. Dabei sieht die Situation in privat betriebenen Krankenhäusern noch verheerender aus.

Im Bereich der Pflegebranche hinterlässt der demographische Wandel ebenfalls Spuren:

Es ist eine spürbare Zahl von Pflegebedürftigen zu verzeichnen, gleichzeitig sind die fachlichen Anforderungen an die Pflegekräfte enorm gestiegen, da bei sehr betagten Menschen oft eine (im Fachjargon der Mediziner) Multimorbidität (= mehrere Erkrankungen auf einmal, die zum Tode führen können) vorliegt. Die Krux an der Situation der Pflegebeschäftigten ist, dass diese in steigendem Alter zunehmend Probleme mit der Schichtarbeit bekommen, speziell wird ein gesunder und erholsamer Schlaf immer schwerer, was körperliche Symptome mit Erschöpfung, Appetitmangel oder auch starker Gewichtszunahme sowie auch psychische Erkrankungen (v.a. Depressionen) nach sich zieht. Gerade diese Pflegekräfte sind aber für die Altenheime durch ihre langjährige Erfahrung besonders wichtig. Die Politik reagiert 2018 mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, macht Gelder frei und sorgt für eine bessere Vergütung. Der erhoffte Effekt ist aber mager, und vor allem ist das Arbeitsfeld weiter unattraktiv, was sich in der ausbleibenden Nachbesetzung der Stellen ausscheidender älterer Mitarbeiter durch Nachwuchskräfte zeigt. Es gilt daher, das Tätigkeitsfeld einer Pflegekraft weiter aufzuwerten und die Arbeitsbedingungen attraktiver zu gestalten. Gleichzeitig sind Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung von elementarer Bedeutung, damit ältere Pflegekräfte gesünder sind und länger in ihrem Beruf arbeiten sowie durch einen guten Ausgleich wieder mehr Freude an ihrem Beruf, auch bis ins Rentenalter, haben.

 

Literatur:
1.      Badura et al.: Fehlzeiten-Report 2013, DOI 10.1007/978-3-642-37117-2_17, Heidelberg 2013

2.      „Wann ist Schicht“ Tipps und Empfehlungen für Beschäftigte. Broschüre Techniker Kasse
3.      https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-37117-2_17

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