Ein Artikel von Dipl.-Sportlehrer Markus Weber

Warum ist es für den Menschen gut, beim Essen achtsam zu sein?

Diese Frage beantwortet sich schnell von alleine, denn „achtsame Esser“ lassen sich Zeit beim Essen, nehmen viel intensiver wahr, was sie gegessen haben und achten auf ihr Sättigungsgefühl. Sie genießen also mit allen Sinnen. Sie kauen zudem ihre Nahrung besser und erleichtern dem Körper die Verdauungsarbeit.

Wie kann man im Alltag ganz konkret beim Essen achtsam sein?

Gehen wir doch zum Morgenkaffee: versuche, während der Zubereitung mit allen Sinnen präsent zu sein: Das Strecken des Armes zum Schrank, die Empfindung der kühlen runden Kaffeedose in der Hand, der Duft des Kaffeepulvers beim Öffnen der Dose, das Plätschern des Wassers beim Öffnen des Wasserhahns und zuletzt natürlich der Kaffeeduft beim Aufbrühen des Kaffees. Versuche also, im Moment zu sein, ohne die Gedanken abschweifen zu lassen. Sicherlich kommen (vor allem zu Anfang des Achtsamkeits-Trainings) Gedanken zu den anstehenden Aufgaben des Tages auf.

„Wer Achtsamkeit praktiziert, bemerkt das Aufpoppen dieser Gedanken und kehrt mit seiner Wahrnehmung zu seinem Atem und den sinnlichen Erfahrungen der Kaffeezubereitung zurück.“¹

Der Geist bleibt ruhig und klar, ohne gedanklich schon in den Arbeitsalltag einzutauchen. Der Körper dankt es mit einer ausbleibenden Stressreaktion und niedrigem Adrenalinspiegel.

Die Teams der Diagnostikzentren führen viele leistungsdiagnostische Untersuchungen in psychosomatischen Kliniken durch. Eine Variante der Achtsamkeitsschulung für das Essen ist in einigen dieser Kliniken das achtsame Mittagessen: Dort wird einmal die Woche komplett im Schweigen gegessen. Denn es gibt Leute (bestimmt fällt Dir sofort jemand ein), die während des Essens reden und reden und reden. Fragst Du sie danach, wie es geschmeckt hat oder gar konkret was sie gegessen haben, wissen sie oft keine Antwort. Durch das schweigende Mittagessen in den Kliniken nehmen die Leute ihre Mahlzeit mit allen Sinnen wahr, wie das Essen duftet, wie es schmeckt, wie es sich beim Kauen anfühlt etc. Die Sinne sind viel mehr auf das momentane Tun ausgerichtet. Und spannenderweise essen die Leute an den Schweigetagen von der Menge her wesentlich weniger, weil sie bewusster wahrnehmen, was sie essen und von selbst länger kauen. Dadurch stellt sich das Sättigungsgefühl früher ein.

Probiere es selbst mal aus, achtsam zu essen, eine spannende Erfahrung!

¹Kirch, D.: „Beobachten, fühlen, entspannen.“ In: Zeitschrift Ursache und Wirkung. Ausgabe Winter 2014

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