LOGI bei Übergewicht, metabolischem Syndrom und Diabetes Typ II

LOGI bei Übergewicht, metabolischem Syndrom und Diabetes Typ II

Im folgenden Absatz findest Du die Erkenntnisse einer Studie zu den positiven Effekten einer LOGI-Kost aus der Praxiserfahrung:

Unter Dr. Heilmeyer wurde in der Reha-Klinik Überruh bei Isny die LOGI-Methode viele Jahre zur therapeutischen Behandlung von Adipositas (= Fettleibigkeit / sehr schwergewichtige Menschen, der Body-Mass-Index liegt hier über 30 kg/m²) und Typ 2-Diabetes angewandt. Bei einer Studie mit insgesamt 73 Probanden (21 weibliche und 52 männliche Testpersonen), welche die Diplomandin Sarah Lang von der Sporthochschule Köln untersucht und verfasst hat, lag das Durchschnittsalter bei 45,5 Jahren, der Durchschnitts-Body-Mass-Index bei 38,8 kg/m², das Durchschnittskörpergewicht bei 114,5 kg sowie der durchschnittliche Körperfettanteil bei 42%. In dem dreiwöchigen Gruppenprogramm nahmen die Probanden an Ernährungs-, medizinischen und psychologischen Schulungen sowie an einer Bewegungstherapie teil. Die LOGI-Ernährung setzte sich aus ca. 1.600 kcal/Tag zusammen, der Gesamtkalorienumsatz durch das Bewegungsprogramm lag in der Woche im Durchschnitt bei ca. 2.000 kcal.

Nach Beendigung dieser dreiwöchigen Maßnahme wurde festgestellt, dass die Probanden ihr Körpergewicht durchschnittlich bereits um 2,9 kg und den Körperfettanteil um 1,2 % reduzierten. Folglich verbesserte sich auch der Body Mass Index (= Verhältnis Körpergröße zu Körpergewicht). Desweiteren konnten positive gesundheitliche Veränderungen an den Patienten nachgewiesen werden. Das Gesamtcholesterin sank trotz der kurzen Zeit signifikant um 9,3 %, wobei sich das (gute) HDL-Cholesterin um 4 % verbesserte. Auch die gestörte Nüchtern-Glucose konnte durchschnittlich von 112 mg/dl auf 101 mg/dl reduziert werden. Die positiven Effekte von LOGI konnte Heilmeyer an nahezu allen Patienten mit metabolischem Syndrom, die auf die LOGI-Kost umgestellt wurden, beobachten. Dr. Heilmeyer betont, dass bisher keine relevanten Komplikationen eingetreten sind. „Nicht selten kommt es vor“, so Dr. Heilmeyer, „dass sich die Patienten aufgrund der Verbesserung ihres Glucosewertes nach ihrem dreiwöchigen Reha-Aufenthalt kein Insulin mehr zuführen müssen“.

Mit dem folgenden Rezept liefern wir Dir einen Beitrag zur praktischen Umsetzung der LOGI-Kost:

Zitronen-Hähnchen aus dem Backofen

2 Hähnchenbrustfilets (etwa 300 g), 1 Knoblauchzehe, 1 Zitrone, etwas frischer Thymian, 2 EL Olivenöl und etwas Öl für die Form. 125 g Zucchini, Oliven, 100 g geschälte Tomaten aus der Dose, 1 Zweig Rosmarin, 1 Lorbeerblatt, 125 ml Geflügelfond, 20 ml trockener Weißwein. Salz und Pfeffer nach Geschmack.

Die Hähnchenbrustfilets abbrausen, trockentupfen und längs halbieren. Die Zitrone pressen. Den Knoblauch abziehen. Thymian waschen, trockenschütteln und die Blättchen abstreifen. Den Knoblauch in den Zitronensaft pressen, mit den Thymianblättchen, Salz und Pfeffer gut verrühren.
1 EL Öl untermischen und die Hähnchen darin 30 min zugedeckt im Kühlschrank marinieren.

Zucchini und Paprika waschen, putzen, in mundgerechte Würfel schneiden und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Zwiebel abziehen und in Ringe schneiden. Die Oliven entkernen und halbieren. Den Backofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vorheizen.

Die geschälten Tomaten abtropfen lassen, klein schneiden und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Eine Auflaufform dünn einfetten und die Tomaten hineingeben. Die Hähnchenbrustfilets, das Gemüse, 1 Lorbeerblatt, 1 Rosmarinzweig und die Oliven darauf verteilen. Das Gemüse mit Salz und Pfeffer würzen, Geflügelfond und Weißwein angießen.

Im Backofen (mittlere Schiene) 25-30 Minuten garen. Guten Appetit.

1 Portion Zitronen-Hähnchen: ca. 457 kcal, 46 g Eiweiß, 22 g Fett, 17g KH. Dieses Gericht liefert nur 74 kcal pro 100 g.

Wir wünschen einen guten Appetit!

Das Team der Diagnostikzentren

Andere Wege der Ernährung bei Diabetes

Andere Wege der Ernährung bei Diabetes

„Seit Jahrzehnten wird von den diabetologischen Fachgesellschaften zur Ernährungstherapie des Diabetes mellitus eine kohlenhydratreiche, fettreduzierte Kost empfohlen.“ So beginnt der Artikel von Dr. Peter Heilmeyer im Internist Praxis. In seiner 30-jährigen Tätigkeit als Chefarzt der Klinik Überruh ging Dr. Heilmeyer mit seinen Diabetes-Patienten aber einen anderen Weg: Nach dem LOGI-Prinzip reduzierte er die Kohlenhydrate unter 20 %. Diese werden dann vorwiegend in Obst und vor allem Gemüse zugeführt. Den Fettanteil in der Ernährung erhöhte er bei seinen behandelten Diabetikern auf 50 %, der Proteinanteil wurde in dieser Ernährungsstrategie auf 30 % festgesetzt.

Das war von nicht unwesentlichem Erfolg: Medikamente konnten innerhalb kürzester Zeit reduziert, oft ganz abgesetzt werden, weil sich die Stoffwechselparameter erheblich besserten.  

Dazu führte er vor über 15 Jahren eine Studie durch und veröffentlichte diese. In der Zusammenfassung zu dieser Studie schreibt Dr. Heilmeyer: „Von daher sollten die gängigen Ernährungsempfehlungen für Diabetes mellitus Typ 2, die nach wie vor eine hohe Kohlenhydratzufuhr (45-60%) beinhalten, dringend überdacht und die längerfristigen Effekte einer kohlenhydratreduzierten Ernährung schnellstmöglich in größerem Rahmen weiter erforscht werden.

Was bedeutet das nun konkret beim Ernährungsverhalten und der Zubereitung von Mahlzeiten für den Typ-2-Diabetiker? Grundsätzlich geht es darum, die klassische „Sättigungsbeilage“ mit Nudeln, Reis und Kartoffeln auf dem Teller zu reduzieren, unter Umständen auch mal ganz wegzulassen. Ersetzt wird die Lücke auf dem Teller mit reichlich Gemüse, als Dessert kann auch Obst dienen. Ein gutes Stück Fleisch als Proteinlieferant darf gerne sein, vor allem wenn das Rind regional aufgewachsen ist und in seinem Leben auch einmal eine Weide gesehen hat. Denn auch derjenige, der das Fleisch konsumiert, profitiert davon, wenn sich das Rind bewegt hat; im Fleisch von aktiven Rindern, die auf der Weide sind, finden sich wesentlich mehr Omega-3-Fettsäuren.

Welche Gerichte speziell für Dich geeignet sind und wie Du diese zubereitest, das wirst Du in unserem Jahresprogramm „dem Diabetes davonlaufen“ erfahren. Hier leiten wir Dich an, Deine Ernährung Schritt für Schritt umzustellen und so mit Genuss zu essen.

Komm dazu zu unserer Auftaktveranstaltung mit Vortrag von Dr. Peter Heilmeyer am Mittwoch, den 14. Juli um 15.0 Uhr ins Pilgerzentrum Scheidegg. Hier kannst Du Dich für das Programm anmelden.

Mut zum Fett – wie diese das Gehirn leistungsfähig halten und vor Demenz schützen

Mut zum Fett – wie diese das Gehirn leistungsfähig halten und vor Demenz schützen

Es sei gleich zu Beginn gesagt: Wegweisende Studien zum Einfluss von Ernährung auf die Demenz gibt es bisher nicht, aber durchaus vielversprechende Ansätze. Warum ist das so? Einerseits wurden oft nur einzelne Bestandteile untersucht, hier vor allem Fischöl (Omega-3-Fettsären) sowie Vitamine und Mineralstoffe. Andererseits waren die Untersuchungszeiträume zu kurz, es fehlen Langzeitstudien. Aber die Demenz ist eine Erkrankung, „deren Entstehung sich über Jahrzehnte hinzieht und zu der viele gestörte Stoffwechselwege beitragen. Zudem ist neben den Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe) auch die Zusammenstellung der Hauptnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate von großer Bedeutung. Solange die Menschen weiterhin ihre übliche kohlenhydratlastige und von schlechten Fetten strotzende westliche Kost essen, helfen auch Vitaminpillen oder Fischöl nichts,“1 so Dr. Heilmeyer.

Welche Bausteine braucht unser Hirn?

Es besteht zu 70 % aus Wasser. Die restlichen 30 % der Gehirnmasse bestehen zu knapp zwei Drittel aus Fetten und verwandten Substanzen wie dem Cholesterin, zu knapp einem Drittel aus Eiweißen und nur zu max. 10 % aus Kohlenhydraten. Fett und Cholesterin sind somit neben Wasser die wichtigsten Bestandteile sowie unentbehrliche Bau- und Wirkstoffe unseres Gehirns. Das aus dem Volksmund stammende Wort „Hirnschmalz“ bekommt hiermit eine besondere Bedeutung. Das Fazit von Dr. Heilmeyer: „Erst mit den richtigen Fettsäuren und Cholesterin in den Membranen klappt auch der Funkverkehr“1 im Gehirn.

Was haben unsere Vorfahren verzehrt, um ein so großes leistungsfähiges Hirn zu entwickeln?

Die am Meer lebenden Bewohner haben viel Fisch und Meeresfrüchte verzehrt, reich an Fetten und Cholesterin. Diese Lebensmittel sollten 2x/Woche auf Deinem Speiseplan stehen, denn Fisch fördert die Gehirnleistung, das konnten bereits viele Studien aufzeigen. Ergänzen kannst Du den Speiseplan durch Algen, die neben Ballaststoffen und Eiweiß auch mit Vitaminen und Mineralstoffen (insbesondere Jod) punkten.

Zum Erhalt der Hirngesundheit nimmt Kokosöl eine wichtige Stellung ein.

Es besteht zu 60 % aus mittelkettigen Fettsäuren. „Das gefällt zwar vielen Ärzten und Ernährungsberatern gar nicht, weil sie noch gelernt haben, dass gesättigte Fettsäuren per se schädlich wären … Das war so nie richtig und ist inzwischen in vielen wissenschaftlichen Publikationen hinterfragt und belegt worden.“1 Kokosöl kann für das Frühstück oder zum Kochen verwendet werden. Die Wirkung auf die Hirngesundheit entfaltet sich optimal, wenn es mit Nahrungsmitteln, die ungesättigte Fettsäuren enthalten, kombiniert wird. Dies sind Fisch, Lein-, Hanf-, Raps- oder Walnussöl. Auch alle Sorten von Nüssen sind wertvoll (z.B. als Beigabe zum Salat), allen voran die Walnüsse.

Wichtig für ein leistungsfähiges Gehirn sind die sekundäre Pflanzenstoffe.

Es sind Stoffe, die der Pflanze nicht nur für Wachstum und Stoffwechsel dienen, sondern andere Funktionen wie z.B. den Schutz vor Insekten-Fraß oder vor UV-Licht übernehmen. Daher ist es – auch für eine gute Vitamin- und Mineralstoffversorgung – so wichtig, viel Gemüse zu essen. Davon kannst Du nicht zu viel essen. Auch die Darmflora wird es Dir danken. Zudem ist Obst wichtig, wegen des hohen Kohlenhydratanteils aber nicht in der Menge wie das Gemüse; fokussiere Dich im Obstbereich vor allem auf die Beeren.

Im Bereich der Gewürze empfehlen wir für ein leistungsfähiges Hirn Kurkuma.

Dieses Ingwergewächs aus der asiatischen Medizin und der indischen Küche ist ein wichtiger Bestandteil des Currys. Der Hauptwirkstoff von Kurkuma, das Kurkumin, gehört zu den phenolischen Verbindungen und kommt problemlos durch die Blut-Hirn-Schranke. Dort kann es seine volle Wirkung entfalten, ähnlich der von entzündungshemmenden Medikamenten, jedoch ohne deren schädlichen Nebenwirkungen.

Nicht nur die Nahrung, sondern auch „Essmuster“ beeinflussen die Hirngesundheit.

Isst Du immer unter Stress und Zeitdruck? Wie oft kaust Du den Nahrungsbrei im Mund? Die Kau-Dauer beeinflusst die Vorverdauung (Kohlenhydrate werden bereits im Mund aufgespalten) und somit die Belastung des Magen-Darm-Trakts. Wie ist das Essambiente, hast Du ein schön angerichtetes Essen und gar ein Kerze also Deko auf dem Tisch? Oder liegen dort die Zeitungen und Zeitschriften der vergangenen Wochen? Läuft der Fernseher während der Mahlzeit?

Fazit: Nimm Dir Zeit zum Essen, lege Wert auf einen schönen Rahmen, esse in Gesellschaft, hab Mut zum Fett und sei sparsam mit Kohlenhydraten, vor allem abends. Du wirst sehen, welches Potential Dein Gehirn abruft. In diesem Sinne wünschen wir Dir einen guten Appetit und schöne Ess-Stunden!

Das Team der Diagnostikzentren

immunstärkendes Essen und Trinken – vor allem jetzt im Home-Office

immunstärkendes Essen und Trinken – vor allem jetzt im Home-Office

Die Ernährung und letztendlich eine intakte Darmflora spielen bei der Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems eine wesentliche Rolle. Nicht umsonst prägte sich in den letzten Jahrzehnten der Spruch:

 

„Der Darm ist der Spiegel unseres Immunsystems“

 

Zunächst spielt die Vitamin C-Versorgung eine wesentliche Rolle: Denn zu Beginn der Erkrankung sinkt der Vitamin C-Spiegel in den weißen Blutkörperchen rapide ab. Wer also über die Wintermonate stets auf eine ausreichende Vitamin C-Versorgung achtet, ist mit seiner Immunabwehr gut aufgestellt. Einen hohen Vitamin-C-Spiegel erreichst Du beispielsweise durch sämtliche Zitrusfrüchte; frisch gepresster Orangensaft zum Frühstück ist z.B. optimal. Zur umfassenden Vorbeugung sollten genügend frische Obstsorten, insbesondere Südfrüchte wie Orangen, Kiwis und Grapefruits auf Deinem Speiseplan stehen.

Immunsystemstärkend und bei einer Infektbehandlung hilfreich sind zudem sekundäre Pflanzenstoffe. Hervorzuheben sind zur Stabilisierung des Immunsystems die Senföle (alle Kohlarten, Zwiebelgewächse, Kresse, Meerrettich etc.). Ein sehr wichtiges Spurenelement zur Immunkräftigung ist Zink. Es fördert die Aktivität der natürlichen Killerzellen. Bei beginnender Erkältung ist eine frühzeitige Gabe von ca. 10-20 mg Zink (auch in Tablettenform) wichtig, um den Krankheitserreger rechtzeitig zu bekämpfen. Gute natürliche Zinkquellen sind Weizenkeime, Fleisch, Käse und Blütenpollen.

Untersuchungen haben belegt, dass bei einem höheren Trainingsumfang das Risiko eines Zinkmangels größer ist, was eine langsamere Regeneration verursacht und somit ungünstig für das Immunsystem ist. Nach einer Trainingseinheit solltest Du das entstandene Flüssigkeitsdefizit auffüllen: Zur Unterstützung der Regeneration kann dies mit kohlenhydratreichen Getränken (Apfel- oder Fruchtsaftschorle, Sportgetränke) erfolgen, abhängig davon, wie intensiv die vorangegangene Einheit war. Des weiteren ist der Verzehr einer kohlenhydratreichen Nahrung zur weiteren Beschleunigung der Erholungsprozesse sinnvoll. Denn eine gute Erholung nach dem Sport heißt auch immer ein gutes und starkes Immunsystem. Und nun: viel Spaß bei der immunstärkenden Bewegung und Ernährung!

 

Wir wünschen einen guten Appetit, das Team der Diagnostikzentren

Essen mit Genuss und trotzdem abnehmen – durch Intervallfasten?

Essen mit Genuss und trotzdem abnehmen – durch Intervallfasten?

Grundsätzlich sei gleich zu Beginn dieses Artikels gesagt: Jeder muss seine eigene für sich passende Ernährungsform finden. Essen muss ein Genuss bleiben, ohne sich kasteien zu müssen. Um eine für sich passende Strategie zu finden, ist es aus unserer Sicht unabdingbar, erst einmal hinzusehen, was, wie und warum man isst, idealerweise ein Ernährungsprotokoll über zwei Wochen zu führen. Spannenderweise führt diese Visualisierung bereits zu einem veränderten (meist gesünderen) Essverhalten. Aufbauend auf den Aufzeichnungen können gezielte Hinweise gegeben werden, denn oft sind es nur kleine Dinge, die verändert werden müssen, um Gewicht zu verlieren. Pauschalempfehlungen sind wenig hilfreich. Es verhält sich im Bereich der Ernährung genauso wie im Sportbereich. Ein Beispiel: Das Laufen ist zwar eine effektive Methode zur Fettverbrennung, diese Sportart ist aber nicht für jeden geeignet.

Nach Auswertung des Ernährungsprotokolls können Strategien entworfen werden, um den Stoffwechsel anzukurbeln sowie den Anteil an unnötigen und ungesunden Kalorien zu senken. Die Basis für einen aktiven Stoffwechsel ist das Trinkverhalten: Zunächst ist eine ausreichende Menge wichtig (siehe unseren Blogartikel vom Juli 2018 unter diediagnostikzentren.de/2018/07/16/wieviel-trinken-ist-gesund-2/). Achte darauf, möglichst viel Wasser zu trinken und möglichst wenig süße Getränke zu Dir zu nehmen. So kannst Du Deinen Blutzuckerspiegel in einer guten Balance halten, denn ein hoher Blutzucker zieht immer eine Insulinausschüttung nach sich; bei hohem Insulinspiegel gehen die Blutfette in die Depots, also an Hüfte und Bauch. Bei den Mahlzeiten ist zudem Deine Esskultur wichtig: Lass Dir Zeit zum Essen und kaue lange, dann tritt das Sättigungsgefühl früher ein; so reduziert sich automatisch die Essmenge.

Das Intervallfasten ist im eigentlichen Sinn keine Diätform, sondern eine Möglichkeit, seine Ernährung dauerhaft umzustellen.

Welches Prinzip liegt dahinter? Es geht darum, über eine längere Zeitspanne keine Nahrung aufzunehmen. Du kannst damit beginnen, 12 Stunden am Stück nichts zu essen; diese Periode steigerst Du sukzessive auf 16 Stunden. In der Regel wird eine Mahlzeit ausgelassen. Nach Studienlage erscheint das Auslassen der Abendmahlzeit günstiger, da der Fettstoffwechsel wohl aktiver ist. Ärzte empfehlen auch schon seit über 100 Jahren das „Dinner Cancelling“ für abnehmwillige Menschen. Jedoch fällt es vielen schwer, nach einem langen Arbeitstag auf den Familienaustausch, das gemeinsame Abendwessen, zu verzichten. An der Uni Paderborn läuft unter Professorin Buyken aktuell eine Meta-Studie, die den Einfluss des Chronotypen auf die Ernährung untersucht: Sprich, wenn Du der „Eulen-Typ“ bist, der spät ins Bett geht, welche Mahlzeitenverteilung für Dich Sinn macht und welche Mahlzeit beim Intervallfasten sinnvollerweise weggelassen wir. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Hungerphasen kennt unser Körper aus der jahrtausendelangen Erfahrung im Laufe der Evolution

Unsere Vorfahren waren immer solchen Notsituationen ausgesetzt. Nahrungsüberfluss gibt es erst in der Neuzeit. Professor Madeo, der gerade eine Studie zum Intervallfasten an der Uni Graz durchführt, schreibt dazu: „Die biologischen Prozesse dahinter waren schon lange in der Natur etabliert, da jedes natürliche Lebewesen, von einzelligen Beckerhefen bis zu komplexen Organismen wie Säugetieren, mit einer ähnlichen Situation konfrontiert war. Diese basieren auf der Wiederverwertung der nicht mehr benötigten Moleküle für die Energiebereitstellung – eine Art des biologischen Recyclings, sogenannte ‚Autophagie‘.“3

Der japanische Forscher Yoshinori Ohsumi erhielt 2016 den Nobelpreis für die Erforschung dieses Mechanismus der Zellreinigung. Wörtlich meinen die Wortbestandteile auto und phegein (griech.), dass sich der Körper selbst isst. Hinter dem Begriff steckt ein Reinigungsprozess, der durch die Fastenphase angeregt wird. Jason Fung erklärt dieses Prinzip anschaulich: „In einem regulierten, ordentlichen Vorgang werden Zellbestandteile zersetzt und recycelt, wenn die Energie nicht mehr ausreicht, um sie zu erhalten. Sobald alle kranken und funktionstüchtigen Zellteile ausgeräumt sind, kann der Körper beginnen, sie zu erneuern. Neues Gewebe und Zellen entstehen, um die zerstörten zu ersetzen. Auf diese Weise erneuert der Körper sich selbst. Aber das funktioniert nur, wenn die alten Teile erst einmal entsorgt werden.“4

Die Wirkung des Intervallfastens

Eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Stoffwechsel wurde bereits in vielen (Meta-) Studien nachgewiesen. Besonders Diabetiker (v.a. Typ-II) profitieren hierbei, bei vielen können Medikamente reduziert oder gar abgesetzt werden. Aber auch Menschen mit und nach Krebserkrankung weisen gute Effekte bei der Bewältigung der Krankheit auf, Blutdruckwerte werden gesenkt, das Immunsystem gestärkt. Letztendlich schaffen es viele, Ihr zu hohes Gewicht langfristig und überdauernd zu senken. Ein zu hohes Körpergewicht kombiniert mit Bewegungsmangel sind die wichtigsten Risikofaktoren für Zivilisationserkrankungen. Gleichzeitig kann sich (v.a. bei Abendfasten) die Schlafqualität verbessern, weil der Insulinspiegel entlastet wird. Auch das hat positive Wirkungen auf das Gewichtsverhalten.

Der große Vorteil des Intervallfastens:

Bei energiereduzierten Diäten geht immer „wertvolle“ Masse verloren, das ist die fettfreie Masse, also Muskulatur, was eine Reduktion des Grundumsatzes nach sich zieht und den gefürchteten JoJo-Effekt begünstigt. Beim Intervallfasten ist der Gewichtsverlust auf die Fettmasse stärker als bei Diäten, was auch in einer Körperfettmessung bei unserer Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose nachweisbar ist. Wenn Du gleichzeitig eine gesunde Form der sportlichen Aktivität ansetzt (also aerobes Training in Kombination mit einem gezielten Kräftigung Deiner Muskulatur), dann wirst Du Deine „Corona-Kilos“ schnell wieder los.

Wir wünschen Dir jetzt in das Frühjahr hinein schöne erfüllende Bewegungseinheiten und einen gesunden Appetit!

Lungen- und immunstärkende Ernährung

Lungen- und immunstärkende Ernährung

Spannend: Die Organe des Verdauungssystems können durch Ernährung beeinflusst werden, das leuchtet jedem schnell ein. Doch wie steht es mit der Lunge? Die Studienlage zeigt, dass Du mit der Ernährung auf Deine Lungengesundheit einen guten Einfluss hast, auch wenn es in der Wirkung nicht so unmittelbar und schnell wie bei Darm und Leber der Fall ist.

Sei gewiss: Die Lunge freut sich über Ballaststoffe

Hier sind vor allem die Carotinoide (speziell das Beta-Cryptoxanthin) wichtig. Sie kommen in erster Linie in Obst und Gemüsesorten mit roter, gelber und oranger Färbung vor. Du findest sie also in rotem Gemüse wie Paprika und Tomaten, in orangefarbenem Gemüse wie Karotten und ebenfalls Paprika sowie in roten Früchten wie Kirschen, Himbeeren und Äpfel sowie in orangefarbenen und gelben Früchten wie Birnen, Orangen, Mandarinen, Mango und Papaya. Diese Nahrungsmittel helfen mitunter gegen die Invasivität eines Tumors (z.B. bei Lungenkrebs), sodass dieser nur in geringerem Umfang durch das Gewebe wachsen kann.

Zudem sind Lebensmittel mit Antioxidantien wichtig, die Lunge gesund zu halten. Sie helfen, eine bereits geschädigte Lunge wieder auf Vordermann zu bringen. Es sind nicht nur gutgemeinte allgemeine Ratschläge, denn wissenschaftlich wurde dieser Effekt durch die Johns Hopkins Universität bewiesen. Der Artikel dazu erschien im Dezember 2017 im European Respiratory Journal. Vereinfacht gesagt: Wer in seiner Ernährung viel Gemüse und Obst hatte, der hatte bessere Lungenfunktionsparameter. Speziell Äpfel, Bananen und vor allem Tomaten waren wertvolle Obst- und Gemüsesorten. Hier genügt es jedoch nicht, ab und an mal etwas davon zu essen. Diese Nahrungsmittel sollten täglich auf unserem Speiseplan stehen. Am besten ist es, wenn Gemüse und Obst frisch zubereitet werden. Es genügt also nicht, eine Menge Tomaten-Ketchup auf seinen Burger zu kippen.

Doch nicht nur nach COVID-Infektion oder chronischen Lungenerkrankungen (Asthma, chronische Bronchitis, COPD) sollte die Lunge durch eine gesunde Ernährung unterstützt werden.

Die Lungenfunktion wird ab etwa dem 30. Lebensjahr sukzessive schlechter. Diese altersbedingte Verschlechterung kann durch eine obst- und vor allem gemüsereiche Ernährung verzögert werden. Gleichzeitig empfiehlt es sich im Hinblick auf Lungenkrebs, den Konsum an Zucker und Lebensmitteln mit hoher glykämischer Last zu reduzieren. Neben einer gesunden und zielgerichteten sportlichen Aktivität, die wir Dir nach einer sportmedizinischen Leistungsdiagnostik aufzeigen, ist demnach auch die Ernährung ein wichtiger Faktor für die Lungengesundheit.

Wir wünschen einen guten Appetit mit gemüsereichen Mahlzeiten, das Team der Diagnostikzentren

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