Schon lange und intensiv wird daran geforscht, sportliches Training effektiver zu machen und bestimmte Trainingsmethoden gegen andere abzuwägen. Natürlich blieb das Nüchtern-Training davon nicht verschont. Die einen lieben es, frühmorgens aus den Federn in die Lauf-, Walking oder Radschuhe zu springen, die andern verwünschen die frühen Morgenstunden für eine Bewegungseinheit.

Eulen & Lerchen: Kennst du deinen Chronotypen?

Hier ist es hilfreich, seinen eigenen Chronotypen zu kennen: Zählt man eher zum Frühaufsteher, dessen Cortisolspiegel in den Morgenstunden schnell in Gang kommt und der kein Problem damit hat, frühmorgens schon aktiv zu werden, und das sogar mit nüchternem Magen? Diese Menschen werden als „Lerchen“ bezeichnet. Die anderen, auch „Eulen“ genannt, sind die nachtaktiven Menschen, die frühmorgens erst später und meist auch etwas schwerer in die Gänge kommen.

Was sagt die Wissenschaft, welchen Effekt soll das Nüchtern-Training haben?

Über Nacht verbraucht der Körper, auch wenn wir schlafen, Kohlenhydrate. Unser Gehirn ist recht aktiv, das merken wir an unseren Träumen. Hier werden Dinge, Erlebnisse und Gegebenheiten des vorigen Tages oder auch der vergangenen Wochen / Monaten verarbeitet. Der Kohlenhydratspeicher der Leber ist in den Morgenstunden etwa um zwei Drittel geleert, der Blutzuckerspiegel in der Regel eher niedrig. Den Theorien zufolge gibt diese Stoffwechsellage dem Körper das Signal, den Fettverbrennungsmotor schnell anzufeuern, um die schon zuneige gehenden Kohlenhydrate zu sparen und sich möglichst am großen unersättlichen Tank der Fette zu bedienen.

Die wichtigste Voraussetzung ist natürlich, dass die Pulswerte niedrig genug sind, sonst funktioniert dieser Mechanismus natürlich nicht. Ideal ist hier ein Training im unteren GA1- oder gar im REKOM-Bereich, denn hier ist die Fettstoffwechselrate hoch, bis zu 70 % der benötigten Energie werden aus den Fettspeichern geholt. Besonders bei diesen Einheiten, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden, lernt die Muskulatur, die Fettstoffwechselrate zu erhöhen; die Grundlagenausdauer wird somit besser, was einerseits für lange Strecken wichtig ist, gleichzeitig ist eine hohe sog. aerobe Kapazität ein wertvoller Baustein für eine starke und stabile Gesundheit.

Geht das Nüchtern-Training nur am frühen Morgen?

Nicht ausschließlich, denn auch nachmittags kann eine Nüchtern-Phase erreicht werden. Ein frühes Mittagsessen ist dazu hilfreich, und wenn die Trainingseinheit nach Feierabend am späten Nachmittag stattfindet, so erreicht der Aktive auch hier eine Nahrungspause von 5-6 Stunden (wenn er natürlich auf das süße Stückchen zum Nachmittagskaffee verzichtet). Unter diesen Bedingungen kommt auch hier die Muskulatur schneller in die Fettverbrennung, vorausgesetzt, die Belastungsintensität stimmt und der Aktive walkt, radelt und läuft nicht zu schnell durch den Wald.

Fazit: Egal ob Gesundheits-, Freizeit- oder ambitionierter Sportler: der Nüchternlauf hat für jeden etwas zu bieten! Wichtigste Voraussetzung dabei ist, im richtigen Intensitätsbereich zu trainieren. Diesen kannst Du bei einer Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose ermitteln lassen.

 

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