Klassische Ernährungsdogmen kritisch hinterfragt

Klassische Ernährungsdogmen kritisch hinterfragt

„Wer sich zu 35 Prozent von Fett ernährt, hat ein niedrigeres Sterblichkeitsrisiko als jene, die weniger Fett konsumieren“,

beginnt das Ärzteblatt den Artikel, in dem es um neue Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ging. Doch hat sich an deren Empfehlungen wirklich etwas verändert? Hat das Kohlenhydratdogma der DGE nun endlich ein Ende?

Eine fettbewusste Ernährung zu favorisieren ist nicht erst eine Erscheinung der letzten Jahre oder gar Jahrzehnte. „Bereits 1969 löste William Banting eine ganz Europa erfassende Diätwelle mit seiner deutlich kohlenhydratarmen Kost aus“, beginnt Dr. Purucker. Fast 100 Jahre später griff Atkins dieses Ernährungskonzept wieder auf und erreichte damals eine enorme Medienpräsenz. Es war anfangs wissenschaftlich verpönt wegen angeblich ungünstiger Wirkungen auf den Cholesterinstoffwechsel. „Anfang dieses Jahrtausends lieferten dann aber mehrere kontrollierte Studien den Nachweis, dass kohlenhydratreduzierte Kost nicht nur wirksam und unbedenklich, sondern sogar günstig hinsichtlich kardiovaskulärer Risikofaktoren des Fett- und Glukosestoffwechsels sind.“ so Purucker weiter.

Und was macht die DGE: Zumindest haben sie 2017 die Warnung vor einem erhöhten Risiko für Übergewicht durch Fett beziehungsweise für Herz-Kreislauferkrankungen durch gesättigte Fettsäuren gestrichen. Was sich aber nicht geändert hat war der Kohlenhydratanteil von mehr als 50 %. Das bringt Fachärzte wie Dr. Schätzler in Rage: „Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte mit ihrem bisherigen ‚Fettaugen-Zählen‘ bzw. ihren Low-Fat- und High-Carb-Strategien, welche sie entgegen allen Low-Carb- und High-Fat-Experten-Voten (stellvertretend Prof. Nicolai Worm) nahezu postfaktisch mit Vehemenz vertreten hatte, zunächst einmal herbe Selbstkritik leisten. Denn dass die DGE mit ihren 10-Punkte-Regeln auf einen fahrenden Zug aufspringen, zugleich bei PURE-Detailkritik aber punkten will, spricht für fehlende Einsicht und Reflexionsfähigkeit bei gleichzeitig unangemessener Selbstüberschätzung.“

In der bisherigen Ernährungsmedizin werden (vorgegeben von der DGE und den Fachgesellschaften) 15-20 % Eiweiß, 25 bis maximal 30 % Fett und 55-60 % Kohlenhydrate empfohlen. Doch diese Nährstoffempfehlungen werfen einige Fragen auf: Die Amerikaner haben es unlängst geschafft, systematisch die Fette in ihren Lebensmitteln zu reduzieren. Massenhaft waren dort in den Discountern fettreduzierte und teilweise Lebensmittel ohne Fettgehalt zu finden. Und in welchem Land fanden wir die größte Anzahl an fettleibigen Menschen? Doch hier findet bereits ein Umdenken statt.

Der Urzeitmensch ernährte sich zu mageren Zeiten vorwiegend von Beeren, Pilzen, Zellulose (genießbaren Grünfutter) und Wurzeln. Wenn er einmal ein Säugetier erlegte, konnte er teils große Mengen an Fleisch verzehren. 30 Kilometer Bewegung täglich zum Sammeln und Jagen waren in diesen Zeiten normal. Erst als der Mensch sesshaft wurde und begann, Getreide anzubauen, wurde die Kost kohlenhydratreicher und der Alltag bewegungsärmer. Zu dieser Zeit finden sich die ersten Statuen beleibter Menschen. Bis in die Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges war es keine Selbstverständlichkeit, immer ausreichend Essen zu bekommen. Da Kartoffel und Getreide und somit Brot billig waren und eine gute Sättigung beschwerten, waren die Kohlenhydrate bis in die Nachkriegszeit eine wichtige Mahlzeit; zudem gaben Kohlenhydrate Energie für den schweren arbeitsreichen Alltag. Doch wie sieht es im 21. Jahrhundert aus, wo der Gang zum Kopierer schon zum Highlight der täglichen Bewegung wird? Kann der Körper mit diesem Übermaß an Kohlenhydraten fertig werden?

Was macht die Lebensmittelindustrie heute mit den fettreduzierten Produkten, die nach nichts mehr schmecken?

Sie reichern diese häufig mit Zucker an. Wirft sich da nicht die Frage auf, ob wir unsere Aufmerksamkeit – wenn es um Gewichtsreduktion, Fettstoffwechsel und Gesundheit geht – nicht stärker auf die Kohlenhydrate richten sollten? Soll der Mensch mit Zuckerkrankheit (= Diabetes) weiterhin viele Kohlenhydrate essen, also den Zucker, der ihn krank gemacht hat?

Warum wenig Kohlenhydrate?

Der menschliche Körper ist stets bestrebt, seinen Blutzuckerspiegel auf einem möglichst konstanten Niveau zu halten. Normalniveau ist dabei 80-110 mg/dl. Kommt es durch eine Kohlenhydratzufuhr zu einem Überzucker, so reagiert die Bauchspeicheldrüse mit vermehrter Insulinproduktion, um die Kohlenhydrate zur Muskulatur zu transportieren oder in Fette umzuwandeln und zu deponieren. Zu hoher Zucker geht einher mit Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Leistungsabfall. Extrem zu hoher Zucker kann lebensbedrohlich sein (Sog. Hyperglykämie, Zuckerkoma). Zu niedriger Zucker hat in etwa dieselben Symptome. Nur reagiert der Mensch mit Hunger, bei extremem Blutzuckerabfall mit Heißhunger, die Alarmglocken schrillen! Auch ein zu niedriger Zucker kann lebensbedrohlich werden. Sollen wir jetzt wirklich einen Kohlenhydratanteil von 55 % verzehren und dabei den Körper aus seinem Blutzucker-Gleichgewicht bringen, indem wir die Insulinproduktion massiv anschieben?

In einer gesunden Ernährungsstrategie geht es letztendlich darum, Blutzucker- und somit Insulinspitzen zu vermeiden. Das erreicht man nur mit einer Senkung der Kohlenhydratmenge. Spannend dabei: Ein wesentlicher und wichtiger Aspekt der Low-Carb-Ernährung ist die automatische Reduktion der aufgenommenen Kalorienmenge, die durch ein anhaltenderes Sättigungsgefühl kommt. Isst man viel Kohlenhydrate (egal in welcher Form, also langkettig oder kurzkettig), so folgt der Blutzuckerspitze und der überschießenden Insulinfreisetzung nach dem Mittagessen ein Unterzucker, der Lust auf Kaffee und Kuchen macht. Gleiches Spiel wiederholt sich, dem Überzucker im Blut infolge des Kuchens / Stückchens zum Kaffee folgt ein Unterzucker mit mächtig Hunger am Abend. Hier eine kräftige Brotzeit, und nochmals springt die Insulinpumpe an, dessen erhöhter Spiegel dafür sorgt, dass die Fette über die Nacht hinweg in die Depots (Bauch und Hüfte) eingelagert werden. Und die längst überholte Empfehlung, 4-6 Mahlzeiten am Tag zu essen, heizt diesen Mechanismus zusätzlich an.

Ist Diabetes heilbar?

Ist Diabetes heilbar?

In der nationalen Versorgungsleitlinie für Typ-2 Diabetes seht es eindeutig: Vor Beginn einer medikamentösen Therapie sollte eine Schulung, Ernährungstherapie und eine Steigerung der körperlichen Aktivität erfolgen. Die Chancen einer Verbesserung des Diabetes mellitus Typ 2 sind in diesen Bereichen enorm. Erst wenn diese Maßnahmen erfolglos bleiben, soll mit der Einnahme von Antidiabetika (in aller Regel Metformin) begonnen werden. Warum wird dann aber oft und schnell medikamentös behandelt? Es ist meist schwer und vor allem zeitaufwendig, Menschen mit Typ-2 Diabetes zu einer nachhaltigen Änderung des Lebensstils zu bewegen. Es sind gewohnte Verhaltensmuster, die verändert werden müssen, weg von einem inaktiven Lebensstil hin zu einem bewegten Leben, weg von Süßigkeiten hin zu einer gesunden Ernährung mit viel Gemüse.

Schafft der Diabetiker diesen Wandel, so ist der Typ-2 Diabetes praktisch heilbar.

Das zeigen inzwischen einige Studien. Medikamente können reduziert oder gar komplett abgesetzt werden. Eine Reduktion des Körpergewichts hin zu einem normalen Body Mass Index ist möglich und erreichbar. Eine gute Fitness und Leistungsfähigkeit lässt sich in absehbarer Zeit mit einem gesunden Bewegungsprogramm erreichen. Natürlich bedarf es einer fachlich guten Anleitung, denn wenn die Bewegung nicht richtig dosiert wird, so zeigt auch das „Medikament Sport“ seine Nebenwirkungen, sei es in muskulären Problemen oder Beschwerden im Bereich des passiven Bewegungsapparats (Sehnen, Bänder, Gelenke). Es sollte dringend vermeiden werden, dass der nach vielen Jahren inaktive Mensch beim Einstieg in einer sportliche Aktivität Frustrationserlebnisse sammelt und so schnell wieder in die Inaktivität verfällt. Schafft er aber den Einstieg in ein aktives Leben, so wird er schnell merken, wie gut ihm das bekommt, er wird Freude an Bewegung und Lust auf Aktivität entwickeln.

Dann ist der Grundstein dafür gelegt, dass er langfristig aktiv bleibt.

Gleichzeitig ist eine professionelle Begleitung im Bereich der Ernährung wichtig. Es sind zumeist nicht radikale Ernährungsumstellungen, die erforderlich sind, sondern kleine Bausteine, die nach und nach verändert werden und so nachhaltig zum Erfolg führen. Wie dies von statten gehen kann, erfährst Du an unserer Auftaktveranstaltung am Mittwoch, den 14. Juli um 15.00 Uhr, mit dem in der Diabetes-Behandlung erfahrenem Mediziner Dr. Peter Heilmeyer. Nach dieser Veranstaltung beginnen wir unser Jahresprogramm „dem Diabetes davonlaufen“. Wir betreuen Typ-2 Diabetiker über ein Jahr lang betreuen und sorgen dafür, dass die Teilnehmer einen aktiven und gesunden Lebensstil entwickeln.

Geistig fit bis ins hohe Alter: Warum bewegen so wichtig ist!

Geistig fit bis ins hohe Alter: Warum bewegen so wichtig ist!

Dr. Peter Heilmeyer, ehemals Leiter der Klinik Überruh (Allgäu) und Vorreiter einer dem Diabetes und der Demenz angepassten Ernährung, beginnt sein Buch1 folgendermaßen: „Entscheidend für die Entstehung von Zivilisationsleiden sind immer Störungen des Stoff-Wechsels. Dieser Vorgang – das Auswechseln von Stoffen – hat eine unglaubliche Dynamik, die wir durch unser Verhalten wesentlich steuern können. Dabei sind Bewegung und besonders auch die Ernährung die wichtigsten Einflussfaktoren.“ Die schöne Botschaft: Wir haben es (zu einem großen Teil) selbst in der Hand, wie und wie schnell wir altern. Warum nutzen so viele Menschen diese große Chance nicht? Weil sie es nicht wissen? Weil sie es nicht glauben? Oder weil sie zu träge sind, es umzusetzen?

Mit unserem Programm „fit bis 100“ wollen wir die Menschen wachrütteln.

Wir wollen ihnen den Weg aufzeigen, wie sie durch ein moderates Bewegungsprogramm, eine gesunde Ernährung und mentaler Stärke fit bis ins hohe Alter bleiben können. Dabei durfte ich, Markus Weber, der Leiter der Diagnostikzentren, bei unseren bisher betreuten Menschen schon zahlreiche atemberaubende Geschichten erleben. Diese musste ich in meinem Buch „fit bis 100 – das Rezept für ein gesundes langes Leben“ niederschreiben. Es sind motivierende Geschichten, die andere (bisher inaktive) Menschen „anzünden“, in Bewegung zu kommen. Das Buch ist als Begleitbuch für unsere laufenden „fit bis 100“-Projekte geschrieben, kann aber auch direkt bei uns bestellt werden.

Zurück zu Alzheimer und Demenz: Genauso wie unsere Muskeln ein regelmäßiges Training brauchen, damit sie nicht verkümmern, so braucht auch unser Gehirn ein Training, um leistungsfähig zu bleiben. Und gleichzeitig benötigt es dazu die richtigen Nährstoffe, das „Benzin für den Motor“, der sich unter der Schädeldecke befindet.

„Nein, der Mensch lebt nicht vom Brot allein, so steht es auch in der Bibel. Er braucht auch geistige Anregung, soziales Miteinander und mentale Herausforderungen, wohl auch Spirituelles. Das belebt ihn, erdet ihn, regt ihn an und schützt ihn auch vor Demenz und geistigem Verfall. Nicht zu vergessen die Bewegung, die körperlich wie geistig fit hält. Ebenso wie ein gesunder Schlaf und ausreichend Tageslicht mit dem vollen Spektrum aller Wellenlängen. Doch wir sollten eben das Richtige essen, um unser Oberstübchen gesund zu halten“1.

Bereits im Kindesalter ist Bewegung für die Gehirnentwicklung elementar.

Über Bewegungsabläufe lernt das junge Gehirn, es entwickeln sich die Verschaltungen im Hirn, denn Bewegungsabläufe sind eng mit einer hohen Aktivität der Neuronen im Gehirn verbunden. Laut Perlmutter2 dachte man noch bis vor Kurzem, dass die Neubildung von Nervenzellen im Hirn nur in der ersten Lebensphase möglich sei. Seit es bildgebende Verfahren für das Gehirn gibt, weiß man, dass die Neuronen immer formbar, unvollendet und veränderlich sind. Das Wachstumshormon für das Gehirn (= BDNF), das eine Schlüsselrolle bei der Neubildung von Neuronen hat, schützt auch die vorhandenen Nervenzellen und fördert die Neuvernetzung. Die gute Botschaft daran: Bewegung und Aktivität, vor allem aerobe sowie koordinativ anspruchsvolle Belastungen, fördern die Bildung von BDNF, das heißt die positiven Wirkungen von sportlicher Aktivität spielen sich direkt im Gehirn ab!

Warum ist für den Mitarbeiter gerade jetzt ein Impuls zur Gesundheit wichtig?

Warum ist für den Mitarbeiter gerade jetzt ein Impuls zur Gesundheit wichtig?

Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung wurden im Frühjahr 2020 hart getroffen. Denn das Augenmerk der Gesundheitsförderung lag bisher nur auf nicht übertragbaren Krankheiten. Es wurden gesundheitsfördernde Maßnahmen zum Abbau von Rückenbeschwerden angesetzt, zum Stressabbau, zur Gewichtsverringerung, zur Kreislauf- und Immunstärkung und vieles mehr. Seit mehr als einem Jahr steht aber ein Virus im Mittelpunkt des Geschehens, an die Stelle von Bewegungsangeboten in Gruppen oder Stressmanagement- sowie Ernährungsseminaren trat Abstandhalten, Distanz und Home-Office.

Was ist in der Zwischenzeit mit den Mitarbeitern passiert?

Viele Menschen im Home-Office klagen über eine verstärkte Inaktivität, die Corona-Kilos sammeln sich um die Hüfte, die Psyche leidet. Wer es nicht schafft, seinen Hintern hoch zu bekommen und nach einem langen stressigen Arbeitstag zu Hause seine Spannung durch eine Bewegungseinheit abzubauen, wird zunehmend unzufriedener. Verschärft wird diese Situation, wenn gleichzeitig die Kinder, denen auch der notwendige Ausgleich fehlt, wegen Home-Scooling zu Hause sind.

Ein paar Betriebe gehen aktuell einen anderen Weg und laden Ihre Mitarbeiter ein, an digitalen Angeboten teilzunehmen.

Natürlich leben die BGF-Maßnahmen in den Betrieben vom gemeinsamen Tun, das sind die „weichen Faktoren“ der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Am Folgetag der Bewegungseinheit sprechen die Teilnehmer über den gemeinsamen Muskelkater, es unterhalten sich Mitarbeiter in den Kursen, die sonst keinen Kontakt haben, es entsteht ein „Wir“-Gefühl. Doch auch digitale Maßnahmen bieten diese Chance. Face-to-face können individuelle Strategien für eine bessere Gesundheit, eine entstressende Lebensführung sowie Strategien für den inneren Schweinehund entwickelt werden. So wird die Eigenverantwortung gestärkt.

Das Konzept der Diagnostikzentren zur Betrieblichen Gesundheitsförderung ist seit Anfang an „corona-konform“.

Die sportmedizinische Diagnostik wird unter den aktuellen Sicherheitsbestimmungen durchgeführt. Danach bekommt der Mitarbeiter einen auf seine Situation zugeschnittenen Trainingsplan, den er dann selbständig abarbeiten kann, unter monatlicher Kontrolle durch Sportwissenschaftler. Grundsätzliches Ziel ist es, die Eigenverantwortung des Mitarbeiters über den Betreuungszeitraum herauszubilden. In dieses Konzept können Online-Kurse zur persönlichen Anleitung des Mitarbeiters eingeflochten werden.

Dem nicht genug: Wir konnten einen starken Partner für die digitale Erweiterung unseres Portfolios gewinnen. Es ist eine digitale Dienstleistung, die eine nur niedrige Einstiegsschwelle für die Mitarbeiter darstellt. Da die Maßnahme nicht individualisiert ist, sind die Einstiegskosten für den Betrieb im Vergleich zur individuellen Betreuung mit den Konzepten der Diagnostikzentren niedrig.

Neugierig geworden? Wir stellen dieses Digital-Konzept und die – auch zu Corona-Zeiten – vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Betrieblichen Gesundheitsförderung im Mai auf einem Digital-Workshop vor.

Fordere unter info@diagnostikzentrum-scheidegg.de den Einwahlcode an. Wir freuen uns auf Deine Teilnahme.

Abnehmen ist komplex

Abnehmen ist komplex

Viele Menschen kämpfen durch die Lethargie der vergangenen Zeit mit überschüssigen Pfunden. Im Frühjahr fällt es den meisten leichter, Pfunde zu verlieren und aktiv zu werden. Man legt sozusagen seinen Wintermantel inform einer dicken Schicht an Unterhautfettgewebe ab. Wenn es nur so einfach wäre. Abnehmen ist ein komplexer Prozess, zudem es gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, Gewicht zu verlieren. Eine frohe Botschaft? Sicherlich ja, denn Du hast für eine Gewichtsabnahme viele Optionen. Wähle die richtigen Optionen, und Du wirst Dein Wunschgewicht erreichen. Mache zunächst eine Standortbestimmung und rechne Deinen Body-Mass-Index (BMI) aus: Hier wird das Körpergewicht (in kg) durch die Körpergröße (in Meter) zum Quadrat genommen. Liegt dieser zwischen 19 und 25, gilt man als normalgewichtig. Zwischen 25 und 30 liegt ein Übergewicht vor, darüber eine Fettleibigkeit, in Medizinerkreisen als Adipositas bezeichnet.

Mindestens so gute Indikatoren wie Körpergewicht und BMI sind Hüft- und Bauchumfang und deren Verhältnis. Das Bauchfett gilt als weitaus gefährlicher als jedes andere Fettgewebe: Denn „Bauchfettzellen produzieren Hormone und andere Substanzen, die sich negativ auf Fettstoffwechsel, Blutdruck und Blutgerinnung auswirken. Außerdem sondern sie Substanzen ab, die Entzündungsprozesse in den Blutgefäßen und die Entstehung von Arteriosklerose (= Gefäßverkalkung) begünstigen2.“

Doch der BMI verrät nicht alles, da er lediglich eine quantitative Aussage liefert. Besser ist eine Körperfettanalyse, weil man hier erfährt, wie die qualitative Verteilung ist. Ein Kraftsportler kann beispielsweise einen erhöhten BMI haben, das Gewicht machen aber vor allem seine Muskeln aus, was gesund ist. Ein nach BMI normalgewichtiger unsportlicher Mensch hingegen kann aufgrund fehlender Muskelmasse auch einen erhöhten Körperfettanteil aufweisen; er hat somit die ungünstigere Prognose für ein langes und vor allem gesundes Leben.

Unser Tipp:

Messe Deinen Bauchumfang: Wenn dieser bei Frauen über 88 cm und bei Männern über 102 cm liegt, ist Handlungsbedarf angesagt.

„Um ein Kilo zu verlieren (das entspricht etwa einem Zentimeter Bauchumfang), müssen Sie ungefähr 7.000 kcal mehr verbrennen, als Sie zu sich nehmen“, sagt Anders. Und genau hier liegt die Krux: Ist man in zu hohen Pulsbereichen unterwegs, hat man mühsam seine (je nach Bewegungstempo und Zeitdauer) angenommen 500 kcal heruntergestrampelt oder gelaufen. Doch nachdem vorwiegend Kohlenhydrate „verfeuert“ wurden, ist der Blutzuckerspiegel gesunken; das ist ein Alarmsignal für den Körper, auf das er mit Hunger reagiert. Die Folge: Nach der mühsamen Trainingseinheit wird der Kühlschrank geplündert, um das unangenehme Hungergefühl zu stillen. Die verlorenen 500 kcal werden mit bei großem Hunger mit 800, 1.000 oder gar mehr kcal kompensiert.

Unser Fazit für ein erfolgreiches Abnehmen: Lege Dein Abnehmprogramm langfristig an. Toleriere anfangs durch Muskelaufbau auch eine Gewichtszunahme. Ein anschließender Gewichtsverlust von einem halben Kilo pro Woche ist völlig ausreichend. Kontrolliere Dein Gewicht maximal 1x/Woche und lege den Fokus mehr auf den Bauchumfang. Für die Planung eines effektiven Programms zum Gewichtsverlust stehen wir Dir gerne mit unserem Wissen und unserer Erfahrung zur Seite, denn mit der Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose bekommen wir Daten über Deinen Körper, wie man diesen anpacken muss, damit er sein Brennstoffdepot leert. Das Fazit von Anders: „Brauche ich einen Trainingsplan? Ja, unbedingt! So gibt´s keine Ausreden und es ist sichergestellt, dass Sie sich weder über- noch unterfordern.“

CAVE bei COVID wegen Herzmuskelentzündung

CAVE bei COVID wegen Herzmuskelentzündung

Mit einer sogenannten Myokarditis ist nicht zu spaßen: Es sollte generell nach eine Fieberphase, egal ob durch COVID oder andere Erkrankungen, eine mindestens 14-tägige Sportpause nach Abklingen des Fiebers gesetzt werden. Denn steigt man nach so einer Krankheitsphase zu schnell wieder ein, kann dies lebensgefährlich sein. Eine unerkannte Herzmuskelentzündung ist die häufigste Ursache für den plötzlichen Herztod, nicht nur bei Leistungssportlern. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte erst einen Monat nach Abklingen der Symptome wieder sportlich aktiv werden. Beginne zum Ende dieser Phase zunächst mit lockeren Einheiten im REKOM-Bereich.

Eishockeyprofi Janik Möser von den Wolfsburger Grizzlys hat es am eigenen Leib erfahren: Er hatte eine Herzmuskelentzündung, die auf seine Infektion mit Sars-CoV-2 im Oktober 2020 zurückgeführt wird. Er fühlte sich nach überstandener Erkrankung wieder fit, doch sein Belastungs-EKG zeigte Ausschläge, die dem Medizinier nicht gefielen. Diagnose: Myokarditis und zunächst Sportverbot. Wäre dies nicht entdeckt worden, wäre es beim nächsten Spiel auf dem Eis gefährlich geworden.

Professor Martin Halle, der Leiter der Sportmedizin in München, formuliert es so: „Bei der Lunge merken Sie, wenn etwas nicht stimmt. Sie husten oder haben Atemnot. Das Herz spüren Sie nicht. Gerade bei Jüngeren, auch bei Sportlern, ist das eine große Gefahr. Sie spüren nicht, dass das Herz ein Problem hat und trainieren einfach weiter“1. Professor Jürgen Scharhag, österreichischer Leiter des Instituts für Sportmedizin, geht noch weiter: „Mittlerweile wissen wir Mediziner, dass das neue Coronavirus SARS-CoV-2 nicht nur die Lunge angreift, sondern dem gesamten Organismus schwer zusetzen und sogar zu einem Multiorganversagen führen kann. Eine wesentliche Ursache scheint zu sein, dass Covid-19 eine Entzündung der Blutgefäße verursachen kann“.

Einstimmig wird daher empfohlen, auch nach mildem oder gar symptomfreiem COVID-Verlauf eine Sporttauglichkeitsprüfung erstellen zu lassen, um Risiken durch ein zu frühes Training zu vermeiden.

Hier liegt der Fokus vor allem darauf, ob noch Entzündungszeichen vorliegen. „Intensive sportliche Belastungen während einer Entzündung können schwerwiegende Folgen haben, bis zum Herzstillstand oder plötzlichen Herztod“, so Professor Halle weiter. „Aus Erfahrungen mit anderen Infekten wie der Grippe (Influenza) wissen wir: Wenn man sich nicht gründlich auskuriert, kann das Virus schneller und tiefer in die Atemwege eindringen, sich dort stärker reproduzieren und massiven Schaden anrichten“1.

In unserem Angebotspaket der Großen Diagnostik bekommst Du alle relevanten Teiluntersuchungen, die für die Abklärung und für eine Sport-Tauglichkeit nach COVID-Erkrankung wichtig sind, angefangen von einer ausführlichen medizinischen Anamnese durch unsere Ärzte über Ruhe- und Belastungs-EKG sowie ein umfangreiches Blutprofil mit Entzündungsparametern. Zudem wird die Lunge in einer Ruhe-Spirometrie sowie der Atemgasanalyse unter Belastung (Spiroergometrie) ausgiebig untersucht. Gleichzeitig können wir Dir durch die Ergebnisse aus der Stoffwechseldiagnostik sagen, wie Du den Wiedereinstieg nach Erkrankung und vollständiger Genesung steuerst, um zügig wieder an die frühere Leistungsfähigkeit anknüpfen zu können. Gerne kannst Du Dich dazu im Vorfeld von uns beraten lassen.

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