Wann wird der gestörte Schlaf zu einer Schlafstörung?

Wann wird der gestörte Schlaf zu einer Schlafstörung?

Wann wird der gestörte Schlaf zur Schlafstörung, die zumindest im Auge behalten oder gar behandelt werden muss? Zunächst sollte die Beeinträchtigung des Schlafs betrachtet werden: Macht das Einschlafen Mühe? Ist das Durchschlafen gestört? Oder ist es ein Früherwachen, bei dem der Betroffene deutlich zu früh am Morgen erwacht und bis zur eigentlichen Aufstehzeit nicht mehr einschläft? Grundsätzlich kann man immer dann von einer Schlafstörung sprechen, wenn mit dem gestörten Schlaf ein Leidensdruck ausgelöst wird und/oder verstärkt Tagesmüdigkeit auftritt, die Einfluss auf sonstige Aktivitäten nimmt.

Die Schlafzeit isoliert zu betrachten macht keinen Sinn, denn 5 Stunden qualitativ hochwertigen Schlafes können wertvoller sein als 8 Stunden gestörter und somit wenig erholsamer bzw. gering regenerativer Schlaf. Doch wie viel Schlaf braucht der Mensch? Das lässt sich natürlich (wie bei so vielen Dingen) nicht pauschal sagen, denn das individuelle Schlafbedürfnis hängt von vielen Faktoren ab: Entscheidend ist Dein Alltag und Stresslevel, dann natürlich die Schlafqualität (je besser, desto weniger brauchst Du), Deine Ernährungsgewohnheiten und zuletzt auch Dein Training. Je härter und umfangreicher Du trainierst, desto mehr Ruhe, Erholung und Regeneration benötigt Dein Körper in der Nacht.

Gleichzeitig ist es wichtig, wie lange die Schlafstörung anhält: Eine vorübergehende Schlafstörung mit einer Dauer von wenigen Tagen kennen sicherlich die meisten von uns. Ausgelöst werden sie häufig durch Anspannungssituationen wie z.B. eine bevorstehende Prüfung; kaum ist das Ereignis vorbei, regelt sich der Schlaf wieder von selbst ein. Lästiger sind sogenannte „kurzzeitige Schlafstörungen“, die zumindest ein bis mehrere Wochen anhalten. Oft spielen seelische Belastungssituationen eine Rolle oder Krankheitszustände, die im Auge behalten werden müssen, wenn sie den Schlaf negativ beeinträchtigen. Die chronische Schlafstörung dauert dann mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre an; deren Behandlung gehört in professionelle Hand. Problematisch hierbei: Oft werden wahllos nur Schlafmittel genommen, die bis zum Missbrauch der Medikamente führen; das ist der falsche Weg und führt nicht zu einer Besserung, oft sogar zu einer Verschlechterung.

Unser Tipp: Pflege für ein gutes Einschlafverhalten Rituale!

Solche Rituale können übliche Dinge sein wie Zähneputzen, Eincremen, Selbstmassage oder ein paar Dehnübungen. Bereits Dich mental auf Ruhe vor, indem Du den vergangenen Tag gedanklich rekapitulieren lässt. Meide Handy, PC/Bildschirm oder Fernseher, denn die Blautöne/-reize dieser Medien lassen Dich schlechter einschlafen, v.a. wenn Du eh schon Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hast. Wenn Du nachts aufwachst und das „Kopfkino“ angeht, dann steh auf und widme Dich einer Tätigkeit (lesen, etwas schreiben, Hausarbeit), bis Du wieder müde wirst, anstatt Dich im Bett zu wälzen und darauf zu warten, wieder einzuschlafen. Liegst Du dann doch des nächtens wach und kannst nicht schlafen, so gönne Dir einen kalten Kniegus. Danach wirst Du uns erst einmal verfluchen, wenn Du hellwach im Bett liegst. Doch kaum hast Du diesen Gedanken beendet, wirst Du schon eingeschlafen sein, denn der Engstellung der Blutgefäße durch den Kaltreiz an den Beinen folgt eine Weitstellung der Gefäße mit vermehrter Durchblutung der Beine; dadurch wird dem Hirn Blut entzogen, wodurch das Einschlafen erleichtert wird.

Bei Früherwachen nutzt Du die Gunst der Stunde und machst eine Bewegungseinheit in die aufgehende Sonne, sei´s walkend, joggend oder radelnd. Du wirst sehen, wie energetisch geladen Du in den Alltag und an Deine bevorstehenden Aufgaben gehst. Und wenn Du mittags ein Tief hast, dann gönne Dir ein „Power-Nap“ zur Mittagsstunde. Dieser sollte kurz sein, maximal 30 min dauern. Denn so fällst Du nicht in den Tiefschlaf und bist wieder fit für die Aufgaben des Nachmittags.

In der kommenden Nacht wirst Du wieder wunderbar schlafen …
Achillessehnenbeschwerden erfolgreich behandeln

Achillessehnenbeschwerden erfolgreich behandeln

Achillessehnenbeschwerden kommen oft schleichend, sie entstehen meist durch zu viel Sport. Doch Vorsicht: Deswegen dürfen diese Beschwerden nicht verharmlost werden, denn die Achillessehne kann bei falscher Behandlung, chronischem Verlauf und ständiger Entzündung auch reißen.

Die Symptome bei der akuten Achillessehnenentzündung, der sogenannten Tendopathie, ist ein diffuser teils stechender Schmerz oder Druckschmerz an verschiedenen Stellen der Sehne, meist in Fersennähe. Häufig ist dadurch auch die Beweglichkeit des Sprunggelenks eingeschränkt. Bei Entzündungen kommt es zu Überwärmung und Rötung. Hier können zunächst lokale Kälteanwendungen helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Eine akut entzündete Achillessehne benötigt 6-8 Wochen, bis sie wieder voll belastbar ist. Sollten die Beschwerden nicht abklingen, so ist dringend ein Arzt / Orthopäde aufzusuchen. Denn dann besteht die Gefahr der Chronifizierung der Entzündung.

Die Achillessehne wird bei der chronischen Tendopathie weniger stabil, da die geschädigten Sehnenfasern durch weniger belastbares Narbengewebe ersetzt werden. Zudem können kleine Gefäße und Nervenfasern in die Sehne einwachsen. Nicht selten lassen sich Knoten entlang der Achillessehne tasten; das ist vernarbtes Gewebe, das bei Dehnung gegen die Sehne reibt. Um all das zu vermeiden, gilt es, die Entzündung im Bereich der Achillessehne schnell in den Griff zu bekommen und eine Chronifizierung der Beschwerden zu vermeiden.

Um eine Entzündung schnell zu lindern, kann Cortison gespritzt werden, dies jedoch nur bei speziellen Beschwerdebildern. Cortison ist ein äußerst potentes Medikament bei Entzündungen, doch der Nachteil dabei ist, dass der Erfolg oft nur wenige Wochen anhält, zudem kann Cortison die Qualität des Sehnengewebes nachteilig beeinflussen. Es kann „zu einer Verschlechterung der Durchblutungssituation der Sehne kommen, wenn man das Cortison zu knapp an die Sehne oder sogar in die Sehne spritzt – und damit zum Absterben von mikroskopisch kleinen Sehnenanteilen, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines späteren Achillessehnenrisses deutlich steigt“, so Prof. Gäbler1.

Vor allem ambitionierte Freizeitläufer klagen über Achillessehnenbeschwerden.

In früheren Jahren war beim Freizeitläufer vornehmlich das Knie die Schwachstelle, durch besser gedämpfte Laufschuhe haben sich diese Problematiken deutlich verringert. Da der Laufschuh aber durch die bessere Dämpfung labiler im Bereich Führung und Stabilisierung wird, manifestierten sich mehr Probleme im Bereich der Achillessehne. Wie viele Läufer von der von Ärzten genannten „Achillodynie“ betroffen sind, sollte eine Online-Befragung beim Köln Marathon (1.236 Läufer und Läuferinnen) klären. Insgesamt gaben 19% der Befragten Achillessehnenbeschwerden an; dieses Problemfeld scheint deswegen an Bedeutung zu gewinnen. Am häufigsten waren Freizeitläufer mit einem wöchentlichen Aufwand von 3-4 Laufstunden bzw. 30-40 Wochenkilometern betroffen, eine Häufung tritt zudem mit einer Lauferfahrung von 3 Jahren auf. Auch sind besonders ältere Läufer betroffen. Nur 8 % der betroffenen Läufer sucht einen Arzt auf, 36 % davon sind unzufrieden mit der Beratung. „Neben den orthopädischen Untersuchungsergebnissen“, so die Studienleiter, „sind Alter und Trainingserfahrung im besonderen Maße in ein individuelles Behandlungskonzept einzubinden.“

Meist fängt es unspektakulär an, die ersten Symptome werden ignoriert, bis der Schmerz zu- und die Leistungsfähigkeit deutlich abnehmen. Die Achillessehne an sich ist unempfindlich, dennoch verträgt sie nicht allzu lang andauernde unphysiologische oder hochbelastende Bewegungen. Rund 30% aller Ausdauersportler kennen dieses Problem. Beim Radsportler und vor allem beim Läufer fallen die Beschwerden an der Achillessehne besonders ins Gewicht. Als Ursache werden unterschiedliche Mechanismen wie eine vermehrte Belastung bei Skelettfehlstellungen, Trainingsfehler, inadäquates Schuhwerk (auch beim Radfahren wichtig!) sowie externe Einflüsse verantwortlich gemacht. An Sport ist zunächst nicht mehr zu denken – doch was tun?

Eine gute Diagnose ist das „A und O“.

Die Entzündung der Sehne bzw. des Begleitgewebes äußert sich in der Regel mit belastungsabhängig zunehmenden Beschwerden und einer teils nicht unerheblichen Schwellneigung. Die Schmerzen können ein stechender Druckschmerz am Übergang der Sehne zum Knochen (sog. Tendinosen) oder ein meist massiver lokaler Druckschmerz bei einer sog. „Bursitis“ (Schleimbeutelentzündung) sein. In jedem Fall sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, damit die richtige Behandlung zeitnah eingeleitet wird. Je schneller die Reizung angegangen wird, desto schneller kann wieder Sport betrieben werden.

Bezüglich der Trainingssteuerung ist eine vorübergehende Reduktion der Laufintensitäten und -dauer indiziert. Alternative Belastungsformen wie Aquajogging oder Radfahren können in aller Regel weiter durchgeführt werden. Sind die Beschwerden allerdings länger als sechs Monate vorhanden, sollte unbedingt nochmals ein Arzt aufgesucht werden. Doch bevor es soweit kommt, achte auf Deinen Körper: Keine Achillessehne wird über Nacht heiß, rot und dick, die Schmerzen kommen meistens nicht von jetzt auf sofort. Es handelt sich meist um einen schleichenden Prozess.

Klassische Ernährungsdogmen kritisch hinterfragt

Klassische Ernährungsdogmen kritisch hinterfragt

„Wer sich zu 35 Prozent von Fett ernährt, hat ein niedrigeres Sterblichkeitsrisiko als jene, die weniger Fett konsumieren“,

beginnt das Ärzteblatt den Artikel, in dem es um neue Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ging. Doch hat sich an deren Empfehlungen wirklich etwas verändert? Hat das Kohlenhydratdogma der DGE nun endlich ein Ende?

Eine fettbewusste Ernährung zu favorisieren ist nicht erst eine Erscheinung der letzten Jahre oder gar Jahrzehnte. „Bereits 1969 löste William Banting eine ganz Europa erfassende Diätwelle mit seiner deutlich kohlenhydratarmen Kost aus“, beginnt Dr. Purucker. Fast 100 Jahre später griff Atkins dieses Ernährungskonzept wieder auf und erreichte damals eine enorme Medienpräsenz. Es war anfangs wissenschaftlich verpönt wegen angeblich ungünstiger Wirkungen auf den Cholesterinstoffwechsel. „Anfang dieses Jahrtausends lieferten dann aber mehrere kontrollierte Studien den Nachweis, dass kohlenhydratreduzierte Kost nicht nur wirksam und unbedenklich, sondern sogar günstig hinsichtlich kardiovaskulärer Risikofaktoren des Fett- und Glukosestoffwechsels sind.“ so Purucker weiter.

Und was macht die DGE: Zumindest haben sie 2017 die Warnung vor einem erhöhten Risiko für Übergewicht durch Fett beziehungsweise für Herz-Kreislauferkrankungen durch gesättigte Fettsäuren gestrichen. Was sich aber nicht geändert hat war der Kohlenhydratanteil von mehr als 50 %. Das bringt Fachärzte wie Dr. Schätzler in Rage: „Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte mit ihrem bisherigen ‚Fettaugen-Zählen‘ bzw. ihren Low-Fat- und High-Carb-Strategien, welche sie entgegen allen Low-Carb- und High-Fat-Experten-Voten (stellvertretend Prof. Nicolai Worm) nahezu postfaktisch mit Vehemenz vertreten hatte, zunächst einmal herbe Selbstkritik leisten. Denn dass die DGE mit ihren 10-Punkte-Regeln auf einen fahrenden Zug aufspringen, zugleich bei PURE-Detailkritik aber punkten will, spricht für fehlende Einsicht und Reflexionsfähigkeit bei gleichzeitig unangemessener Selbstüberschätzung.“

In der bisherigen Ernährungsmedizin werden (vorgegeben von der DGE und den Fachgesellschaften) 15-20 % Eiweiß, 25 bis maximal 30 % Fett und 55-60 % Kohlenhydrate empfohlen. Doch diese Nährstoffempfehlungen werfen einige Fragen auf: Die Amerikaner haben es unlängst geschafft, systematisch die Fette in ihren Lebensmitteln zu reduzieren. Massenhaft waren dort in den Discountern fettreduzierte und teilweise Lebensmittel ohne Fettgehalt zu finden. Und in welchem Land fanden wir die größte Anzahl an fettleibigen Menschen? Doch hier findet bereits ein Umdenken statt.

Der Urzeitmensch ernährte sich zu mageren Zeiten vorwiegend von Beeren, Pilzen, Zellulose (genießbaren Grünfutter) und Wurzeln. Wenn er einmal ein Säugetier erlegte, konnte er teils große Mengen an Fleisch verzehren. 30 Kilometer Bewegung täglich zum Sammeln und Jagen waren in diesen Zeiten normal. Erst als der Mensch sesshaft wurde und begann, Getreide anzubauen, wurde die Kost kohlenhydratreicher und der Alltag bewegungsärmer. Zu dieser Zeit finden sich die ersten Statuen beleibter Menschen. Bis in die Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges war es keine Selbstverständlichkeit, immer ausreichend Essen zu bekommen. Da Kartoffel und Getreide und somit Brot billig waren und eine gute Sättigung beschwerten, waren die Kohlenhydrate bis in die Nachkriegszeit eine wichtige Mahlzeit; zudem gaben Kohlenhydrate Energie für den schweren arbeitsreichen Alltag. Doch wie sieht es im 21. Jahrhundert aus, wo der Gang zum Kopierer schon zum Highlight der täglichen Bewegung wird? Kann der Körper mit diesem Übermaß an Kohlenhydraten fertig werden?

Was macht die Lebensmittelindustrie heute mit den fettreduzierten Produkten, die nach nichts mehr schmecken?

Sie reichern diese häufig mit Zucker an. Wirft sich da nicht die Frage auf, ob wir unsere Aufmerksamkeit – wenn es um Gewichtsreduktion, Fettstoffwechsel und Gesundheit geht – nicht stärker auf die Kohlenhydrate richten sollten? Soll der Mensch mit Zuckerkrankheit (= Diabetes) weiterhin viele Kohlenhydrate essen, also den Zucker, der ihn krank gemacht hat?

Warum wenig Kohlenhydrate?

Der menschliche Körper ist stets bestrebt, seinen Blutzuckerspiegel auf einem möglichst konstanten Niveau zu halten. Normalniveau ist dabei 80-110 mg/dl. Kommt es durch eine Kohlenhydratzufuhr zu einem Überzucker, so reagiert die Bauchspeicheldrüse mit vermehrter Insulinproduktion, um die Kohlenhydrate zur Muskulatur zu transportieren oder in Fette umzuwandeln und zu deponieren. Zu hoher Zucker geht einher mit Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Leistungsabfall. Extrem zu hoher Zucker kann lebensbedrohlich sein (Sog. Hyperglykämie, Zuckerkoma). Zu niedriger Zucker hat in etwa dieselben Symptome. Nur reagiert der Mensch mit Hunger, bei extremem Blutzuckerabfall mit Heißhunger, die Alarmglocken schrillen! Auch ein zu niedriger Zucker kann lebensbedrohlich werden. Sollen wir jetzt wirklich einen Kohlenhydratanteil von 55 % verzehren und dabei den Körper aus seinem Blutzucker-Gleichgewicht bringen, indem wir die Insulinproduktion massiv anschieben?

In einer gesunden Ernährungsstrategie geht es letztendlich darum, Blutzucker- und somit Insulinspitzen zu vermeiden. Das erreicht man nur mit einer Senkung der Kohlenhydratmenge. Spannend dabei: Ein wesentlicher und wichtiger Aspekt der Low-Carb-Ernährung ist die automatische Reduktion der aufgenommenen Kalorienmenge, die durch ein anhaltenderes Sättigungsgefühl kommt. Isst man viel Kohlenhydrate (egal in welcher Form, also langkettig oder kurzkettig), so folgt der Blutzuckerspitze und der überschießenden Insulinfreisetzung nach dem Mittagessen ein Unterzucker, der Lust auf Kaffee und Kuchen macht. Gleiches Spiel wiederholt sich, dem Überzucker im Blut infolge des Kuchens / Stückchens zum Kaffee folgt ein Unterzucker mit mächtig Hunger am Abend. Hier eine kräftige Brotzeit, und nochmals springt die Insulinpumpe an, dessen erhöhter Spiegel dafür sorgt, dass die Fette über die Nacht hinweg in die Depots (Bauch und Hüfte) eingelagert werden. Und die längst überholte Empfehlung, 4-6 Mahlzeiten am Tag zu essen, heizt diesen Mechanismus zusätzlich an.

Ist Diabetes heilbar?

Ist Diabetes heilbar?

In der nationalen Versorgungsleitlinie für Typ-2 Diabetes seht es eindeutig: Vor Beginn einer medikamentösen Therapie sollte eine Schulung, Ernährungstherapie und eine Steigerung der körperlichen Aktivität erfolgen. Die Chancen einer Verbesserung des Diabetes mellitus Typ 2 sind in diesen Bereichen enorm. Erst wenn diese Maßnahmen erfolglos bleiben, soll mit der Einnahme von Antidiabetika (in aller Regel Metformin) begonnen werden. Warum wird dann aber oft und schnell medikamentös behandelt? Es ist meist schwer und vor allem zeitaufwendig, Menschen mit Typ-2 Diabetes zu einer nachhaltigen Änderung des Lebensstils zu bewegen. Es sind gewohnte Verhaltensmuster, die verändert werden müssen, weg von einem inaktiven Lebensstil hin zu einem bewegten Leben, weg von Süßigkeiten hin zu einer gesunden Ernährung mit viel Gemüse.

Schafft der Diabetiker diesen Wandel, so ist der Typ-2 Diabetes praktisch heilbar.

Das zeigen inzwischen einige Studien. Medikamente können reduziert oder gar komplett abgesetzt werden. Eine Reduktion des Körpergewichts hin zu einem normalen Body Mass Index ist möglich und erreichbar. Eine gute Fitness und Leistungsfähigkeit lässt sich in absehbarer Zeit mit einem gesunden Bewegungsprogramm erreichen. Natürlich bedarf es einer fachlich guten Anleitung, denn wenn die Bewegung nicht richtig dosiert wird, so zeigt auch das „Medikament Sport“ seine Nebenwirkungen, sei es in muskulären Problemen oder Beschwerden im Bereich des passiven Bewegungsapparats (Sehnen, Bänder, Gelenke). Es sollte dringend vermeiden werden, dass der nach vielen Jahren inaktive Mensch beim Einstieg in einer sportliche Aktivität Frustrationserlebnisse sammelt und so schnell wieder in die Inaktivität verfällt. Schafft er aber den Einstieg in ein aktives Leben, so wird er schnell merken, wie gut ihm das bekommt, er wird Freude an Bewegung und Lust auf Aktivität entwickeln.

Dann ist der Grundstein dafür gelegt, dass er langfristig aktiv bleibt.

Gleichzeitig ist eine professionelle Begleitung im Bereich der Ernährung wichtig. Es sind zumeist nicht radikale Ernährungsumstellungen, die erforderlich sind, sondern kleine Bausteine, die nach und nach verändert werden und so nachhaltig zum Erfolg führen. Wie dies von statten gehen kann, erfährst Du an unserer Auftaktveranstaltung am Mittwoch, den 14. Juli um 15.00 Uhr, mit dem in der Diabetes-Behandlung erfahrenem Mediziner Dr. Peter Heilmeyer. Nach dieser Veranstaltung beginnen wir unser Jahresprogramm „dem Diabetes davonlaufen“. Wir betreuen Typ-2 Diabetiker über ein Jahr lang betreuen und sorgen dafür, dass die Teilnehmer einen aktiven und gesunden Lebensstil entwickeln.

Geistig fit bis ins hohe Alter: Warum bewegen so wichtig ist!

Geistig fit bis ins hohe Alter: Warum bewegen so wichtig ist!

Dr. Peter Heilmeyer, ehemals Leiter der Klinik Überruh (Allgäu) und Vorreiter einer dem Diabetes und der Demenz angepassten Ernährung, beginnt sein Buch1 folgendermaßen: „Entscheidend für die Entstehung von Zivilisationsleiden sind immer Störungen des Stoff-Wechsels. Dieser Vorgang – das Auswechseln von Stoffen – hat eine unglaubliche Dynamik, die wir durch unser Verhalten wesentlich steuern können. Dabei sind Bewegung und besonders auch die Ernährung die wichtigsten Einflussfaktoren.“ Die schöne Botschaft: Wir haben es (zu einem großen Teil) selbst in der Hand, wie und wie schnell wir altern. Warum nutzen so viele Menschen diese große Chance nicht? Weil sie es nicht wissen? Weil sie es nicht glauben? Oder weil sie zu träge sind, es umzusetzen?

Mit unserem Programm „fit bis 100“ wollen wir die Menschen wachrütteln.

Wir wollen ihnen den Weg aufzeigen, wie sie durch ein moderates Bewegungsprogramm, eine gesunde Ernährung und mentaler Stärke fit bis ins hohe Alter bleiben können. Dabei durfte ich, Markus Weber, der Leiter der Diagnostikzentren, bei unseren bisher betreuten Menschen schon zahlreiche atemberaubende Geschichten erleben. Diese musste ich in meinem Buch „fit bis 100 – das Rezept für ein gesundes langes Leben“ niederschreiben. Es sind motivierende Geschichten, die andere (bisher inaktive) Menschen „anzünden“, in Bewegung zu kommen. Das Buch ist als Begleitbuch für unsere laufenden „fit bis 100“-Projekte geschrieben, kann aber auch direkt bei uns bestellt werden.

Zurück zu Alzheimer und Demenz: Genauso wie unsere Muskeln ein regelmäßiges Training brauchen, damit sie nicht verkümmern, so braucht auch unser Gehirn ein Training, um leistungsfähig zu bleiben. Und gleichzeitig benötigt es dazu die richtigen Nährstoffe, das „Benzin für den Motor“, der sich unter der Schädeldecke befindet.

„Nein, der Mensch lebt nicht vom Brot allein, so steht es auch in der Bibel. Er braucht auch geistige Anregung, soziales Miteinander und mentale Herausforderungen, wohl auch Spirituelles. Das belebt ihn, erdet ihn, regt ihn an und schützt ihn auch vor Demenz und geistigem Verfall. Nicht zu vergessen die Bewegung, die körperlich wie geistig fit hält. Ebenso wie ein gesunder Schlaf und ausreichend Tageslicht mit dem vollen Spektrum aller Wellenlängen. Doch wir sollten eben das Richtige essen, um unser Oberstübchen gesund zu halten“1.

Bereits im Kindesalter ist Bewegung für die Gehirnentwicklung elementar.

Über Bewegungsabläufe lernt das junge Gehirn, es entwickeln sich die Verschaltungen im Hirn, denn Bewegungsabläufe sind eng mit einer hohen Aktivität der Neuronen im Gehirn verbunden. Laut Perlmutter2 dachte man noch bis vor Kurzem, dass die Neubildung von Nervenzellen im Hirn nur in der ersten Lebensphase möglich sei. Seit es bildgebende Verfahren für das Gehirn gibt, weiß man, dass die Neuronen immer formbar, unvollendet und veränderlich sind. Das Wachstumshormon für das Gehirn (= BDNF), das eine Schlüsselrolle bei der Neubildung von Neuronen hat, schützt auch die vorhandenen Nervenzellen und fördert die Neuvernetzung. Die gute Botschaft daran: Bewegung und Aktivität, vor allem aerobe sowie koordinativ anspruchsvolle Belastungen, fördern die Bildung von BDNF, das heißt die positiven Wirkungen von sportlicher Aktivität spielen sich direkt im Gehirn ab!

Warum ist für den Mitarbeiter gerade jetzt ein Impuls zur Gesundheit wichtig?

Warum ist für den Mitarbeiter gerade jetzt ein Impuls zur Gesundheit wichtig?

Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung wurden im Frühjahr 2020 hart getroffen. Denn das Augenmerk der Gesundheitsförderung lag bisher nur auf nicht übertragbaren Krankheiten. Es wurden gesundheitsfördernde Maßnahmen zum Abbau von Rückenbeschwerden angesetzt, zum Stressabbau, zur Gewichtsverringerung, zur Kreislauf- und Immunstärkung und vieles mehr. Seit mehr als einem Jahr steht aber ein Virus im Mittelpunkt des Geschehens, an die Stelle von Bewegungsangeboten in Gruppen oder Stressmanagement- sowie Ernährungsseminaren trat Abstandhalten, Distanz und Home-Office.

Was ist in der Zwischenzeit mit den Mitarbeitern passiert?

Viele Menschen im Home-Office klagen über eine verstärkte Inaktivität, die Corona-Kilos sammeln sich um die Hüfte, die Psyche leidet. Wer es nicht schafft, seinen Hintern hoch zu bekommen und nach einem langen stressigen Arbeitstag zu Hause seine Spannung durch eine Bewegungseinheit abzubauen, wird zunehmend unzufriedener. Verschärft wird diese Situation, wenn gleichzeitig die Kinder, denen auch der notwendige Ausgleich fehlt, wegen Home-Scooling zu Hause sind.

Ein paar Betriebe gehen aktuell einen anderen Weg und laden Ihre Mitarbeiter ein, an digitalen Angeboten teilzunehmen.

Natürlich leben die BGF-Maßnahmen in den Betrieben vom gemeinsamen Tun, das sind die „weichen Faktoren“ der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Am Folgetag der Bewegungseinheit sprechen die Teilnehmer über den gemeinsamen Muskelkater, es unterhalten sich Mitarbeiter in den Kursen, die sonst keinen Kontakt haben, es entsteht ein „Wir“-Gefühl. Doch auch digitale Maßnahmen bieten diese Chance. Face-to-face können individuelle Strategien für eine bessere Gesundheit, eine entstressende Lebensführung sowie Strategien für den inneren Schweinehund entwickelt werden. So wird die Eigenverantwortung gestärkt.

Das Konzept der Diagnostikzentren zur Betrieblichen Gesundheitsförderung ist seit Anfang an „corona-konform“.

Die sportmedizinische Diagnostik wird unter den aktuellen Sicherheitsbestimmungen durchgeführt. Danach bekommt der Mitarbeiter einen auf seine Situation zugeschnittenen Trainingsplan, den er dann selbständig abarbeiten kann, unter monatlicher Kontrolle durch Sportwissenschaftler. Grundsätzliches Ziel ist es, die Eigenverantwortung des Mitarbeiters über den Betreuungszeitraum herauszubilden. In dieses Konzept können Online-Kurse zur persönlichen Anleitung des Mitarbeiters eingeflochten werden.

Dem nicht genug: Wir konnten einen starken Partner für die digitale Erweiterung unseres Portfolios gewinnen. Es ist eine digitale Dienstleistung, die eine nur niedrige Einstiegsschwelle für die Mitarbeiter darstellt. Da die Maßnahme nicht individualisiert ist, sind die Einstiegskosten für den Betrieb im Vergleich zur individuellen Betreuung mit den Konzepten der Diagnostikzentren niedrig.

Neugierig geworden? Wir stellen dieses Digital-Konzept und die – auch zu Corona-Zeiten – vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Betrieblichen Gesundheitsförderung im Mai auf einem Digital-Workshop vor.

Fordere unter info@diagnostikzentrum-scheidegg.de den Einwahlcode an. Wir freuen uns auf Deine Teilnahme.

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