Was ist das Geheimnis der schnellen LäuferInnen?

Es ist die Laufökonomie. Kann man diese messen? In der Vergangenheit wurde dabei vor allem die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) als Kriterium herangezogen. Der Sportwissenschaftler Jonathan Dugas, der an der University of Illinois in Chicago forscht und lehrt, hat aber in seinem Buch „The Runner’s Body“ darauf hingewiesen, dass die Rolle der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit in der Vergangenheit überschätzt wurde. Er führt dazu aus:

„Wenn Sie schneller und länger laufen wollen, müssen Sie an Ihrer Laufökonomie arbeiten, denn bei einem Laufwettbewerb gewinnt am Ende derjenige, dessen Körper am effektivsten Sauerstoff umsetzt beziehungsweise verbraucht“.

Das bedeutet in seinen Augen: Je weniger Sauerstoff und Energie man bei einem bestimmten Tempo verbraucht, desto länger kann man dieses Tempo halten. Er gibt dazu die gute Nachricht für den Freizeitläufer:

Die Laufökonomie sei leichter zu verbessern als die VO2max, da diese zum Teil ja auch genetisch festgelegt ist.

Unsere Erfahrung aus zahlreichen Tests der vergangenen 20 Jahre zeigt aber, dass gerade bei Laufeinsteigern enorme Steigerungen in der maximalen Sauerstoffaufnahme machbar sind. Die genetisch festgelegte Komponente und somit obere Beschränkung kommt sicherlich nur bei Elite-Läufern zum Tragen; dass Erkenntnisse aus dem Leistungssport nicht kritiklos in den Freizeit- und Breitensport übertragen werden können, zeigt sich immer wieder in der Trainingspraxis.

Wie wird nun die Laufökonomie gemessen?

Wie bereits im Trainingsteil ausgeführt ist es von entscheidender Bedeutung, wie viel Sauerstoff bei einer bestimmten Laufgeschwindigkeit verbraucht wird, dies in Bezug zum aktuellen Körpergewicht. Verbraucht ein Läufer mit einem Körpergewicht von 70 kg bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h 2,5 Liter pro Minute, also umgerechnet etwa 35 ml/min/kg, so läuft dieser sicherlich ökonomischer als ein Läufer gleichen Gewichts, der bei der gleichen Geschwindigkeit 3,0 Liter und somit knapp 43 ml/min/kg verbraucht. Wenn letzterer sein Defizit nicht durch eine hohe maximale Sauerstoffaufnahme wett macht, so wird dieser schneller schlapp machen als der ökonomische erstgenannte Läufer.

Herausfinden, wo noch Steigerungen möglich sind

Gemessen werden kann die Sauerstoffaufnahme auf den einzelnen Belastungsstufen sowie im Maximum (als VO2max) mit einer Atemgasanalyse, der sogenannten Spiroergometrie, wie wir sie in den Diagnostikzentren anbieten. Wir haben daher im Belastungstest auf dem Laufband ein interessantes Kriterium, wie erfolgreich das bisherige Lauftraining in Bezug auf die bereits entwickelte Laufökonomie war und in welchen Punkten noch Steigerungen für den einzelnen machbar sind. In der Besprechung der Testergebnisse bekommt der Proband dann Anregungen für sein Lauftraining, um in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit einen guten Benefit aus seinem Laufpensum zu holen.

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Wie Ernährung deine Laufökonomie beeinflusst, liest du hier.
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Bildquelle: jarmoluk/ pixabay (25.6.2018)